Andreas Grillmeier

Biobauer aus Leidenschaft und Faible für Vieh

Landwirt Andreas Grillmeier
© Daniel Delang

Mutterkühe und Milchvieh unter einem Dach? Eine Betriebsform, die es in der spezialisierten Landwirtschaft kaum noch gibt, findet man auf dem Familenbetrieb Grillmeier in Tiefenbach.

Wenn man zum Hof der Grillmeiers fährt, würde man hier niemals einen Hofladen vermuten. Kein Dorf in der Nähe, keine Durchgangsstraße, eher eine Einöde, wenngleich mit wunderbarem Blick auf Wunsiedel. Doch es gibt ihn, den Laden – und das schon seit 20 Jahren. „Ohne Werbung“, wie die Bäuerin stolz betont. Rund 40 Kunden kaufen regelmäßig bei ihr ein. Neben den eigenen Erzeugnissen: Eiern, Hähnchen, Angus-Fleisch, Kartoffeln und Getreide gibt es ein kleines Bio-Sortiment vom Ökoring.
Bevor sie den Laden eröffnete, hatte sie sich eine treue Stammkundschaft am Wochenmarkt erarbeitet. Zwei Jahre laufen der Hofladen und der Markt parallel, dann kommt die Entscheidung, ganz auf den Markt zu verzichten.
Der Hof selbst ist ein klassischer Mischbetrieb: Es gibt 28 Milchkühe mit Nachzucht und Bullenkälber, die hier zu Ochsen gemästet werden. „Das hat uns nicht gefallen, wie die Tiere hin und her gehetzt werden, von einem Ort zum anderen, nie zur Ruhe kommen.“ Seither wachsen die Bullenkälber am Hof auf. „Sonst machen die Moggala so viel mit.“ Die ausgewachsenen Tiere werden dann über die Vermarktungsgesellschaft Biobauern verkauft, die Milch geht an die Molkerei.
Sohn Andreas, der den Hof bereits übernommen hat, hat selbst auf einem Mutterkuhbetrieb gelernt. Zurück am elterlichen Betrieb, baute er sich selber eine Herde Angus-Rinder auf. Die Mutterkühe leben mit Stier und Nachzucht am Hof und sind sichtlich des Bauern ganzer Stolz. Alle Tiere im Stall sind sehr zutraulich, und man merkt das große Herz der Bäuerin und die Tierliebe des Sohnes.
Am Hof selbst gibt es aber noch mehr: Neben Dinkel, Roggen, Hafer und Weizen werden auch Kartoffeln angebaut. „Und zwar die Sorte, die unsere Kunden kennen und mögen.“
Hühner versorgen Familie und Laden mit Eiern, und jeweils 100 Giggerl werden zweimal im Jahr angeschafft, am Hof großgezogen und als Brathähnchen an die Kunden des Hofladens verkauft. Die Freilandhaltung birgt freilich auch die Gefahr von Verlusten: 10 bis 15 Tiere fallen in der Regel dem Habicht oder auch mal einem Marder zum Opfer.
„Unser Hof ist vielseitig und arbeitsintensiv“, lacht die Bäuerin, weiß aber auch: „Dadurch sind wir unabhängig.“ Eine Spezialisierung und entsprechende Intensivierung stand hier nie zur Debatte.
Wie es dazu kam, dass schon vor 27 Jahren auf Bio umgestellt wurde? „Ach, uns hat das Spritzen nicht gefallen. Dann gab es eine Veranstaltung von Öko-Franken, und die hat uns überzeugt.“
Die Corona-Krise ist freilich auch hier nicht spurlos vorbeigegangen. „Vielleicht ist es mit Corona ein bisserl mehr Arbeit geworden. Aber im Grunde hat sich hier bei uns am Land nichts verändert“ – bis auf das Hygienekonzept und den Mund-Nasen-Schutz, der auch hier konsequent getragen wird.

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Region: Siebenstern