Stephan Kreppold

Der Biopionier vom Wilpersberg

Stephan Kreppold
© Daniel Delang

Es ist sicher nicht falsch, Stephan Kreppold als ein „Urgestein“ im Öko-Landbau zu bezeichnen. Und das, obwohl er ursprünglich nicht einmal Bauer werden wollte. Schon früh musste er mit anpacken und hat die Härten des Bauernlebens von Kindesbeinen an erlebt. Damals wurde ja noch mit Pferden gearbeitet. – Als aber der erste Traktor auf den Hof kam und die Arbeit plötzlich deutlich leichter wurde, versöhnte ihn die Technik mit dem Beruf. Das hat sich bis heute gehalten, denn vom ersten Modell bis heute finden sich alle Traktoren überaus gepflegt in einem eigenen Schuppen am Hof. Doch weit gefehlt, dass sie nur als Museumsstücke dort stehen – einmal im Jahr gibt es ein Nostalgiefest, und dann wird mit den Oldtimern gearbeitet -zur Freude aller Beteiligten.
Eingebettet in die schwäbisch-bayerische Hügellandschaft und umgeben von Wiesen und Feldern genießen die Kreppolds zusammen mit ihrer Rinderherde den täglichen, meist selbstbestimmten Weidegang. Sowohl für den ökologischen Betriebskreislauf als auch für das Gemüt empfindet Stephan Kreppold die Tiere als eine Bereicherung. Ohne sie würde für ihn Entscheidendes im täglichen Bauernalltag fehlen.

„Als junger Mann war ich aktiv in der katholischen Landjugend, zu der Zeit nahm die Chemie in der Landwirtschaft so richtig Fahrt auf.“ Damals kam er in Kontakt mit dem noch sehr jungen Ökolandbau. Alles infrage gestellt hatte er schon vorher: die Chemie, den stetig wachsenden Leistungszwang, die gnadenlose Ausbeutung der Natur und des Bodens. „Bio sah ich als die einzige Alternative – und es funktioniert bis heute“, meint Stephan Kreppold stolz. Sohn Johannes, dem er den Hof vor acht Jahren übergeben hat, sieht das genauso. Und auch die Schwiegertochter engagiert sich und arbeitet für den Bund Naturschutz. Hier in Wilpersberg, auf dem Kreppold-Hof geht das alles gut zusammen.
Die Sorge um den Zustand unserer Welt, begleitet Stephan Kreppold schon lange. Genau dies motiviert ihn für eine konsequente Suche nach nachhaltigen Lösungen und einem verantwortungsvollen Dasein im Einklang mit der Natur und der Schöpfung. Was übrigens auf die gesamte Familie zutrifft, insbesondere auch auf seine Frau Theresia. Von Anfang an hat sie gemeinsam mit ihrem Mann die Biolandwirtschaft initiiert und 1986 den Bio-Hofladen als Folge des Reaktorunglücks von Tschernobyl gegründet. Auch heute noch hilft sie mit Leidenschaft auf dem Hof mit und ist als Erlebnisbäuerin aktiv. Dabei will sie den Kindern nicht nur das Abenteuer Bauernhof nahebringen, sondern auch die gesunde Ernährung. Darüber hinaus ist sie eine beliebte Märchenerzählerin.

Stephan Kreppold indes ist auch froh, wenn er mal „nichts Nützliches zu tun“ hat, wie er sagt. Dann betätigt er sich als Künstler und schweißt große Skulpturen, die ein wenig an den baskischen Skulpteur Eduardo Chillida erinnern, oder betätigt sich als Holz-Bildhauer. Seine Kunstwerke zieren den Hof und stehen an gewissen Plätzen. Immer wollen sie den Besuchern Anlass zum Nachdenken geben ,wie zum Beispiel das „Landfraßmonster“, ein Symbol für den verantwortungslosen Umgang mit dem Boden .Dass den nachfolgenden Generationen gesunder Boden übergeben und damit gesunde Lebensmittel produziert werden können, dafür stehen Menschen wie die Familie Kreppold tagtäglich mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement ein.

Biolandhof Kreppold

Region: Paartal