Richard Götz

Biolandwirt in 2. Generation

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Götz Richard
© Daniel Delang

Anfang der 90er-Jahre war die Umstellung auf Ökolandbau für viele noch ein Wagnis. Die Erfahrungen und Erkenntnisse der experimentierfreudigen Pioniere helfen bis heute mit intelligenten Fruchtfolgen, den Boden fruchtbar zu machen und die Schädlinge im Zaum zu halten.
Die ersten Biolandwirte hatten damals wenig, nach dem sie sich richten konnten. So erging es auch der Familie Götz. Der Hof besteht eigentlich aus zwei Höfen: dem traditionellen Hof der Familie Götz und einem kleineren aus dem Erbe der Mutter. So kam es, dass die Umstellung für die Richard Götz relativ risikoarm in überlegten Schritten vonstattengehen konnte. Auf kleiner Fläche konnte er beobachten, wie er mit dem Ökolandbau zurechtkam. „Den Ökolandbau fand ich von Anfang an interessant – als es dann auch von den Einnahmen her attraktiv wurde, habe ich mich entschlossen, ganz umzustellen.“

Der Anteil an Kleegras – ein guter Stickstofflieferant – war am Betrieb schon immer groß und sorgte dafür, dass die Ernte auch nach der Umstellung zufriedenstellend ausfiel. Um die 2000er-Jahre wurde dann auch mit dem Einstieg des Sohnes Richard jun. der gesamte Betrieb von 180 Hektar umgestellt.
Dabei handelt es sich hier um keinen gängigen Getreideanbau. Familie Götz produziert auf den Flächen vor allem Saatgut für andere Biokollegen. Sortenrein und ohne Verunreinigungen muss Saatgut-Getreide von höchster Güte sein. So sehen die Felder auch aus – kaum Beikraut und kräftig im Wuchs. „Es braucht beides – Interesse am ökologischen Landbau und eine wirtschaftliche Perspektive. Wenn dann noch die Nachfolge geregelt ist, dann investiert man gerne in die Zukunft“, so Vater Richard Götz stolz.
Die Milch der 60 Kühe geht an Bayerwald. Ein Teil wird seit den Nullerjahren direkt vermarktet. Als der Preis richtig im Keller war, überzeugte Richard Götz das örtliche Klinikum, regionale Biomilch zu kaufen. Gleiches gelang ihm mit etlichen Altenheimen. „Leider ist der Preis ein Thema. Milch kann ja immer mit den Großhandelspreisen verglichen werden. Da braucht es eine gute Beziehung zu den Kunden, um dauerhaft mithalten zu können.“ Bislang scheint das sehr gut zu gelingen. Gut 20 Prozent der Milch gehen in die Direktvermarktung. Als eine Bäuerin im Nachbardorf aufhört, übernehmen die Götzens auch ihren Kundenstamm und liefern jetzt auch Milch an Endverbraucher aus. Für sie gibt es zudem noch einen Kartoffelautomaten am Hof. Der Hof ist mit den zwei Generationen, mehreren Standbeinen und der geregelten Nachfolge für die Zukunft gut aufgestellt.

Petra Wähning

Region: Neumarkt i.d. OPf.