Grasser Hof

Allgäuer Bio-Gemüse

Die Familie vom Grasser Hof
© Daniel Delang

Wer mittags auf den Grasser Hof kommt, dem bietet sich ein familiäres Bild. Rund um den großen Tisch in der Küche am Hof sitzt eine große Gruppe Menschen beim gemeinsamen Mittagessen. Das gehört dazu, diese Atmosphäre ist den Inhabern Daniel Oettermann und seiner Frau Evi Demmler wichtig. Man fühlt sich sofort wohl und als Mitglied dieser Gemeinschaft – und das ist wohl auch ein Teil des Erfolgsgeheimnisses auf dem Grasser Hof.

Man braucht allerdings auch kein Sprachexperte zu sein, um zu hören: Der Daniel, der kommt nicht von hier. Stimmt. Er ist gebürtiger Nordhesse, stammt ursprünglich aus der Nähe von Kassel, hat dort schon auf dem elterlichen Demeter-Hof mitgearbeitet und auch teilweise seine Ausbildung absolviert und hier auch seine Frau Evi kennengelernt.

Als die beiden ins Allgäu ziehen, lernen sie Gottfried Moser kennen, dessen Eltern schon länger Bioland Gemüse angebaut haben. Daniel gründet daraufhin mit Gottfried Betriebsgemeinschaft "Grasser Hof". Die bereits vorhandene Biogasanlage bewegte Daniel schnell dazu, Gewächshäuser zu bauen und diese mit der Abwärme zu heizen. Schon bald wächst der Grund, auf dem sie gärtnern können, und das Allgäuer Biogemüse findet einen sehr guten Absatz. Auf sieben Hektar Freiland bauen Daniel und Evi inzwischen ihr Gemüse an und verkaufen es vorwiegend in ihrem gemeinsamen Bio-Supermarkt "Ihr Biomarkt im Ostallgäu" in Marktoberdorf. Am Hof arbeiten derzeit ca. 30 Mitarbeitern, summiert immerhin 20 in Vollzeit. Hinzu kommen noch 3500 Quadratmeter Gewächshäuser. Bei dem großen Betrieb kann es nicht ausbleiben, dass sich der Grasser Hof spezialisiert. Hier konzentriert man sich auf alles, was über der Erde wächst. Wurzeln, Knollen, Rüben liefern biologisch wirtschaftende Partnerbetriebe. Aber auch so ist die Vielfalt enorm.

Gewirtschaftet wird nach den biodynamischen Richtlinien des Demeter-Verbandes. Das kennt Daniel schon vom elterlichen Betrieb. Das Ausbringen von mineralischem Dünger und chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln ist strikt untersagt. Stattdessen setzt man auf homöopathische Präparate sowie auf das natürliche Gleichgewicht durch das Aussetzen von Nützlingen gegen Läuse und andere Schädlinge. Beikräuter – landläufig auch "Unkräuter" genannt, werden in vielen Stunden per Hand gehackt und so die Pflanzen von unliebsamen Nahrungskonkurrenten befreit. Und so wachsen hier in natürlichster, unverdorbener Umgebung Salate, Fenchel, Kohlrabi, verschiedene Krautsorten, Zucchini und Kräuter im Freiland und die ganzen wärmeverwöhnten Sonnenkinder wie Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen sowie essbare Blüten im Gewächshaus. Später im Herbst kommen noch die Kürbisse – und in der kalten Jahreszeit noch Wintersalate wie Feldsalat, Postelein und Endivien.

Biodynamisches Gemüse vom Grasser Hof – das ist inzwischen ein Begriff über die Region hinaus und der Erfolg ein Beleg für die Grenzen überwindende Kraft von Herz und Hand.

Region: Ostallgäu