Maria Neumair und Johann Kirchfeld

Jung, motiviert und ökologisch

Johann und Maria mit den Blonde d´Aquitaine am Futtertisch
© Daniel Delang

Ein Studium ist immer eine gute Gelegenheit, Gleichgesinnte kennenzulernen – und vielleicht sogar einen Partner fürs Leben. So geht es auch Maria Neumair und Johann Kirchfeld. Beide sind noch an der Hochschule in Freising, Johann ist kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Landwirt, die er im Rahmen des dualen Studiums absolviert. Beide sind hochmotiviert den ökologischen Landbau voranzubringen und setzen erste Ideen am Hof von Marias Vater um.

Marias Vater betreibt den Hof in Thalhausen im Nebenerwerb. Ihren Bruder, der eigentlich den Hof weiterführen sollte, entführte die Liebe in die Holledau, wo er nun Landwirt ist. Eine Chance für das junge Paar. Und Maria und Johann haben noch mehr vor: die Umstellung auf Bio und den Hof perspektivisch wieder zum Vollerwerb führen.
Bei Marias Vater bedarf es bezüglich der Umstellung auf ökologische Landbewirtschaftung keiner großen Überredungskunst – er hat schon immer extensiv gewirtschaftet. „Ich freu mich für den Hof, dass es weitergeht. Die beiden haben beim Gestalten alle Freiheiten, die sie brauchen und so lang ich kann, helf ich mit.“
Die Blonde d´Aquitaine Rinder sind die meiste Zeit auf der Weide. Nun sind auch schon erste Legehennen am Hof daheim. Für die Bielefelder Kennhühner haben Johann und Maria ein kleines Hühnermobil gebaut. Mit ein paar Les Bleues Hähnchen machen die beiden erste Erfahrungen mit Masthähnchen. Legehennen wie Masthähnchen sind Zweinutzungsrassen - natürlich sagen die beiden. Sowohl die Rinder als auch die Hühner, die einmal schmackhafte Brathendl werden sollen, lassen sich gut vermarkten. Die ersten Vorstöße, Eier direkt zu vermarkten gelingen ebenfalls gut. Und mit den zehn Hektar Ackerland und 25 Hektar Grünland ist für alle Tiere genug Platz und Futter vorhanden.
Eine Direktvermarktung ab Hof ist geplant, aber auch Tagwerk ist nicht weit. Die beiden sind sehr offen. Jedenfalls ist es gut zu wissen, dass es eine regionale Bio-Genossenschaft gibt, das nimmt größere Vermarktungssorgen. Den beiden traut man aber auch zu, die Direktvermarktung anzupacken.
Es liegt noch viel Arbeit vor den beiden – und so manche Idee liegt noch in der Schublade bzw. entwickelt sich langsam. So könnte ein kleiner Ausschank und ein Hofladen eingerichtet werden. „Es gibt wenige Hofläden hier in der Gegend. Ich könnte mir auch gut vorstellen, Menschen hier am Hof zu haben und zu versorgen“, meint Maria. Was sie und ihr Johann davon umsetzen, wird die Zukunft zeigen. Die beiden blicken jedenfalls mit dem Optimismus der Jugend auf ihr Vorhaben, ohne etwas zu überstürzen. Sie haben ja das Leben auch noch vor sich.

Region: Kulturraum Ampertal