Markus Haslbeck

Idyllische Kreislaufwirtschaft am Fuße des Feuerstein

Wer Höfe mag, dem geht das Herz auf, wenn er bei Markus ankommt und von ihm strahlend begrüßt wird. Der junge Mann wurde bereits in den ökologisch geführten Betrieb seiner Eltern hineingeboren, und vermutlich hat die Atmosphäre dort auch prägend gewirkt. Denn Markus ist mit Leib und Seele Bauer. Den nach wie vor im Nebenerwerb geführten Hof bewirtschaftet er biologisch und nach den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft – eine Seltenheit. Denn üblicherweise findet man im Nebenerwerb starke Tendenzen zur Spezialisierung.

Konkret bedeutet das bei Markus: Am Hof gibt es zwei Kühe, die gemolken werden und drei Kühe, die samt Nachzucht als Mutterkühe auf der Weide leben, natürlich horntragend. Am Hof leben auch noch 14 Hühner und acht Schweine. Neben den sieben Hektar Grünland werden noch acht Hektar Ackerland bestellt: für Tierfutter, aber auch um Getreide anzubauen, denn Markus backt leidenschaftlich gerne selber Brot.
Im Winter gibt es Arbeit im Wald, der auch noch zum Betrieb gehört. Beachtlich ist dabei, dass Markus noch in Vollzeit als Industriemechanikermeister arbeiten geht. Woher er die Zeit nimmt, seinen Hof so vielfältig zu bewirtschaften? Er liebt halt beides: Seine Arbeit und den Hof. Dabei sieht er den Betrieb so, wie es früher war: Eher zur Eigenversorgung, Subsistenzwirtschaft nennt man das im Fachbegriff. Was über die Eigenversorgung hinaus produziert wird, wird verkauft. Freilich, jetzt im Sommer da bleibt kaum Zeit für was anderes als die Arbeit. Felder wollen bestellt, Gras gemäht und die Tiere versorgt sein. Wie viele seiner Kollegen scheint auch Markus die viele Arbeit in der Natur und mit Tieren kaum etwas auszumachen. Aber: „Unter der Last ständig veränderter, neuer Auflagen leide ich schon“, bekennt er. Denn bei den kleinen Betrieben gibt es keine Ausnahmeregelungen, wie etwa in Frankreich.

Der Hof in seiner Vielfalt und Kleinteiligkeit jedoch lässt sich als eigenes Erlebnis, als Rückbindung an eine ursprüngliche mitteleuropäische Lebensform denken. Nicht nur das: Auch der Weltagrarbericht kommt ja zu dem Ergebnis, dass es die kleinen, vielfältigen Betriebe sind, die am besten Lebensmittel produzieren und Vielfalt erhalten können. Es braucht also mehr Markus Haslbecks – auch und gerade in Deutschland, um eine Landwirtschaft der Zukunft vielfältig und alternativenreich zu gestalten.

Region: Fränkische Schweiz