Meiwies – Vier regionale Bio-Landwirte schließen sich zusammen

Durch Kooperation kleine Kreisläufe schaffen

Die vier Bio-Landwirte begutachten ein Getreidefeld

Die vier Bio-Landwirte begutachten ein Getreidefeld
© Daniel Delang

Max Berghammer aus Kareth fasst 2003 einen Entschluss: Die Landwirtschaft soll auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt werden. Zwei Jahre funktioniert das ganz gut, dann kommt der Einbruch in der Ernte. „Damals war ich ganz schön verzweifelt. Aber aufgeben wollte ich nicht. So habe ich einen Bodenpraktikerkurs in Österreich besucht, bei Wilfried Hartl. Danach habe ich meine Fruchtfolge verändert: Es wächst jetzt zweijähriges Kleegras mit viel Luzerne zum Bodenaufbau. Die Luzerne wurzelt tief und ist damit auch gut für trockene Jahre. Das Kleegras bring Stickstoff in den Boden und schafft die Fruchtbarkeit für die darauffolgenden Kulturen: Weizen, Zuckerrübe oder Mais, Dinkel, Sonnenblume oder Hafer/Leingemenge.“ Beim Hacken der Zuckerrüben helfen seit Jahren dieselben Rumänen. Es hat sich hier eine regelrechte Freundschaft entwickelt.

Womit wir bei einer der Kernkompetenzen von Max Berghammer sind: Er pflegt lange und stabile Freundschaften, schaut, dass es jedem gut geht und es auch mal lustig zugeht. So geschieht es fast schon zwangsläufig, dass auch seine Freunde und Landwirte Kollegen Christian Melzl aus Thanhof und Alois Meierhofer aus Kneiting 2007 umstellen. Zuletzt stieß auch noch Günther Böhm aus Kirchhof dazu. Die vier tun sich zusammen, um gemeinsam unter den Namen „Meiwies“ ihre eigenen Produkte aus der Region zu vermarkten. Derzeit sind es Weizen- und Dinkelmehle, sowie diverse Pflanzenöle, die gepresst und verkauft werden.
Im Zuge der langen Fruchtfolgen und dem Interesse an biologischen Kreisläufen gewinnen nämlich auch sogenannte Ölsaaten, also Samen, aus denen vorrangig Öl gewonnen wird, an Bedeutung. Sie blühen schön und tun so der Insektenwelt und unserem menschlichen Auge gut. Und so wachsen nun auf den mittlerweile vier Betrieben auch Sonnenblumen, Raps, Lein und Kürbisse.
Durch den sogenannten Verfügungsrahmen, eine Fördermöglichkeit der Öko-Modellregion, haben sich die vier Kollegen eine Ölpresse nebst Abfüllanlage und Etikettier-Maschine angeschafft. Auf das Produkt sind alle sichtlich und zurecht stolz. Wie es überhaupt ein unheimliches Glück für die Region ist, wenn sich die Landwirte zusammentun und kooperieren, um gemeinsam Produkte für den Endverbraucher anzubieten: bio-regional für den Regensburger Verbraucher.
Den bedienen sie indirekt auch noch anders, nämlich indem sie für die Solawis in Regensburg einzelne Kulturen anbauen wie Kartoffeln und Karotten, oder sie stellen Flächen bereit, zum Beispiel für die Oberpflanz, die Chicorée ausgepflanzt haben.
Dabei merkt man allen die Freude an: Kooperation in der Region, das ergibt nicht nur Sinn. Sich zusammenzutun und gemeinsam ein bioregionales Angebot auf die Beine zu stellen, erfüllt alle Beteiligten offensichtlich mit Freude und Energie.

Region: Stadt.Land.Regensburg