Gerlinde und Karl Stephan

... sie betreiben und leben Ökolandbau mit Leib und Seele

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Stephan Karl
© Daniel Delang

Der Hof von Gerlinde und Karl Stephan ist ein kleines Paradies. Idyllisch gelegen am westlichen Ortsrand von Ittelhofen, steht das liebevoll errichtete Anwesen der beiden, die sich mit Leib und Seele dem Öko-Landbau verschrieben haben. Friede, Harmonie und Ästhetik sind allgegenwärtig. Nachdem die Verhältnisse im Dorf zu beengt wurden, haben sie sich vor vielen Jahren zur Aussiedlung entschlossen. Umstanden von Obstbäumen und einer mächtigen alten Linde, mit einem schmucken Bauerngarten direkt vorm Haus, fehlt es an nichts, um sich dort rundum und sofort wohlzufühlen.

Karl Stephan ist sehr vielseitig interessiert, alles, was mit Ökolandbau zu tun hat, weckt sein Interesse. Auf ? Hektar wird Getreide angebaut. Der Roggen steht kopfhoch. Und dass daneben noch so manches andere gedeiht, freut den Landwirt: „Ich interessiere mich heute sehr für die Beikräuter, zum Beispiel das Ackervergissmeinnicht. Das ist kaum zu finden. Es freut mich, dass es bei mir am Acker wieder blüht“, sagt er.

Wie für so viele seiner Kollegen ist es sein Bestreben, immer besser zu werden und mit Fruchtfolgen, Bodenaufbau, Mischkulturen und Beikräutern für eine gesunde Umwelt und Ernährung zu sorgen. So wundert es auch nicht, dass er sich beim Getreidelager der Bioregionalen Genossenschaft Oberpfalz engagiert.
Auf den Weiden grasen friedlich 35 Milchkühe. Sie strahlen eine besondere Ruhe und Sanftheit aus. „Es ist wichtig im Umgang mit den Tieren, dass man selbst ruhig ist“, weiß Karl. „Kühe brauchen ihre gewohnten Abläufe, viel Ruhe und Streicheleinheiten. Hektik und Unruhe, zu viel Neues sind ihnen ein Graus.“

Für das Futter der Kühe hat Karl Stephan eine eigene Ballenheutrocknung entwickelt. Das Dach hat sozusagen einen doppelten Boden, der sich auf etwa 50 Grad aufheizt und Luft durch eine Pumpe aufgesaugt, die durch die Ballen geblasen wird.

Hinzu kommt sein Engagement bei der Molkerei Domspitz. Nachdem die Bio-Milch des Hofs fünf Jahre lang nur zu konventionellen Bedingungen verkauft werden konnte, gibt es nun dank ihm bei Domspitz eine eigene Bioschiene.

Gerlinde, seine Frau, ist die Ausgeglichenheit und Güte in Person. Früher hat sie im Ort noch als Dorfhelferin auf anderen Höfen ausgeholfen. Heute nimmt sie das Anwesen ganz in Anspruch. Sie führt den Haushalt und arbeitet selbstverständlich am Hof mit – als Ausgleich zur Arbeit geht sie in den Garten. „Mein Hobby ist mein Kräuter- und Gemüsegarten. Dort verbringe ich meinen Feierabend und komme so richtig zur Ruhe.“

Auch die Nachfolge ist gesichert: Alle drei Kinder wollen ebenfalls in die Landwirtschaft einsteigen. Familie Stephan kann zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Region: Neumarkt i.d. OPf.