Der Isentaler des Monats Januar 2016 – die Wasserspitzmaus

Projekt: Isentaler des Monats

Wasserspitzmaus
© Richard Kraft

Der Isentaler des Monats ist sehr klein, ein exzellenter Schwimmer und ein Räuber – die Wasserspitzmaus. Sie sieht aus wie eine Maus, gehört aber zu den Insektenfressern wie Maulwurf und Igel.
Die Wasserspitzmaus ist neben ihren zwei europäischen Verwandten, der Sumpfspitzmaus und der kaukasischen Wasserspitzmaus, die größte Spitzmaus Europas. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt knapp zehn Zentimeter und mit Schwanz erreicht sie eine Länge von etwa 16 Zentimetern. Die erwachsenen Tiere wiegen gerade mal 20 Gramm. Das Fell ist auf der Oberseite glänzend schwarz, die Unterseite ist weiß bis grauweiß, manchmal auch rostbraun überhaucht. Die Art ist gut an das Leben im Wasser angepasst. Das Fell ist lang und dicht, die Schwanzunterseite hat über die ganze Länge einen Borstenkiel, der als Ruder dient. Die Hinterfüße haben Borsten, die ähnlich wie Flossen wirken und ein schnelles Vorankommen im Wasser ermöglichen. Die Wasserspitzmaus ist einer der wenigen giftigen Säuger Mitteleuropas. Unter der Zunge liegen Giftdrüsen, deren Sekret bei Tieren bis Mausgröße tödlich wirkt.

Das flinke Tier besiedelt die naturnahen Uferbereiche mit dichtem Bewuchs im Isental. Darüber hinaus findet man sie auch in Sümpfen, nassen Wäldern und Wiesen. Sie kommt vom Flachland bis in 2500 m Höhe vor. Wasserspitzmäuse sind sehr gute Schwimmer und Taucher. Die Nahrung besteht aus Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen, und Schnecken, die überwiegend tauchend erbeutet werden.
Die kleinen Räuber pflanzen sich von April bis September fort. Ein Weibchen kann mit 2 bis 3 Würfen bis zu 25 Jungtiere im Jahr zur Welt bringen. Die blinden Jungtiere wiegen bei der Geburt nicht mal ein Gramm. Das Nest sieht aus wie ein großer, fester Ball und wird aus Wurzeln, Gras, Bast und Moos in eine Höhlung gebaut.
Die Tiere werden in freier Wildbahn höchstens 18 Monate alt.
Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wasserspitzmaus noch weitaus häufiger als heute. Ihr Bestand ist in Deutschland aufgrund ihrer engen Bindung an naturnahe Gewässer und der Gefährdung dieser Lebensräume durch Trockenlegung von Feuchtgebieten, Gewässerverbauung und Nutzungsintensivierung gefährdet. Sie steht in Deutschland als besonders geschützte Tierart unter Naturschutz.

01.01.2016

Region: Mühldorfer Land (ehem. Isental)