Isentaler des Monats April 2015 – Der Kiebitz

Projekt: Isentaler des Monats

Kiebitz
© Andreas Zahn

Beim Osterspaziergang hat der ein oder andere vielleicht wild herum wirbelnde Vögel über der freien Feldflur beobachten können. Hierbei handelt es sich um Kiebitze. Der spektakuläre Schauflug der taubengroßen Vögel ist durch seine großen runden Flügel möglich, dadurch ist der „Clown der Lüfte“ äußerst wendig. Den Winter verbringt er in Frankreich, Spanien und im nord-westlichen Afrika. Die ersten Ankömmlinge bei uns kann man bereits Ende Februar beobachten.

Der Kiebitz ist in Bayern außerhalb der Alpen lückig verbreitet. Schwerpunkte der Brutgebiete bilden die großen Flussniederungen mit ihren Niedermoorgebieten, wie z.B. bei uns im Isental. Der markante Vogel mit der Federholle am Kopf ist in Bayern stark gefährdet, im Alpenvorland sogar vom Aussterben bedroht. Der Bestand hat zwischen 1980 und 2005 um ca. 60 % abgenommen. Die Ursachen dafür sind Trockenlegung von Feuchtwiesen, Veränderungen in der Bewirtschaftung von Äckern und Grünland wie z.B. frühere Einsaat von Mais, zu dichte Saatreihen, kürzere Ruhephasen zwischen Bearbeitungszyklen, Mahd vor Anfang Juni. Pestizideinsatz und fehlende Feuchtstellen bringen Nahrungsengpässe für Jungvögel. Die Küken verhungern in den entwässerten, insektenfreien, landwirtschaftlichen Nutzflächen.
Die Brutplätze liegen in offenen, meist flachen und baumarmen Landschaften. Der Bodenbrüter legt seine vier Eier ab Mitte März in eine offene Bodenmulde. Geht ein Gelege verloren, wird ein zweites nachgelegt. Während der Kiebitz zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch fast ausschließlich in extensiv bewirtschafteten Feuchtwiesen brütete, findet sich heute der Großteil der Gelege in Äckern, die zu Ersatzlebensräumen geworden sind. Intensiv genutzte Silagewiesen sind dagegen als Brutplatz ungeeignet.
Wie kann man dem bedrohten Vogel unserer Kulturlandschaft helfen? Durch Grünlandmahd ab 1. Juni, Verzicht auf Biozide und Belassen oder Anlage von Feuchtstellen, Belassen von Altgrasstreifen und unbewirtschafteten, evtl. feuchten Stellen auf Äckern.
Mehr Infos unter http://praxistipps.lbv.de/praxistipps.html

01.04.2015

Region: Mühldorfer Land (ehem. Isental)