Isentaler des Monats August 2018 - Die Raupe des Schwalbenschwanz

Projekt: Isentaler des Monats

Schwalbenschwanzraupe
© Dr. Andreas Zahn

Bunt gestreift und so dick wie eine prall gefüllte Wurst ist der Isentaler des Monats – die Raupe des prächtigen Schwalbenschwanzes.

Der Schwalbenschwanz zählt zu den schönsten Tagfaltern Europas. Dem schwanzförmigen Fortsatz seiner gelb-schwarz gezeichneten Hinterflügel verdankt er seinen Namen. Auf sonnigem offenem Gelände, wie zum Beispiel magere und artenreiche Grünlandbestände und Trockenrasen, ist der Tagfalter anzutreffen. Auch in Gärten, wo Möhren, Dill und Fenchel angebaut werden, ist die Raupe zu finden und auf Wiesen an Doldenblütlern wie beispielsweise Wilde Möhre und Wiesenkerbel. Der erwachsene Schmetterling bevorzugt als Nektarquelle violette Blumen, wie z.B. Rotklee, Flockenblumen und Sommerflieder.
Zur Paarungszeit sind die Falter vor allem an erhöhten Stellen wie Berg- oder Hügelkuppen. Dort führen sie ihre Balzflüge durch, die sogenannte "Gipfelbalz". Um die 150 Eier verteilt das Weibchen von April bis Mai auf eine große Anzahl von Fraßpflanzen. Die Nachkommen der zweiten Generation im Juli und August überwintern meist im widerstandsfähigen Puppenstadium an Pflanzenstängeln oder an dünnen Ästen, um dann im Frühjahr als erste frische Schwalbenschwänze des neuen Jahres zu fliegen. Die Raupen sind nach dem Schlupf zunächst schwarz mit einem weißen Fleck in der Mitte und spärlich behaart, nach der zweiten Häutung sind sie mit Dornen ausgestattet, die an der Basis orange gefärbt sind. Die erwachsene Raupe ist grün mit schwarzen Querstreifen und orangen Punkten. Sie verfügt über eine Stirngabel mit einem Verteidigungsmechanismus. Die Raupe kann diese bei Gefahr ausstülpen und versprüht Buttersäure. Der unangenehme Geruch ist deutlich zu riechen und schreckt Feinde ab. Der Schmetterling ist in Deutschland und Österreich als gefährdet eingestuft. Um für ihn Lebensraum zu schaffen, hilft ihm ein naturnah bewirtschafteter Garten, in dem auch den Winter über Pflanzenstengel stehen bleiben dürfen. Auch die Einsaat von Blühstreifen mit heimischen Wiesenkräutern ist nicht nur für den Schwalbenschwanz wertvoll, sondern auch für alle heimischen Insekten. Der Schwalbenschwanz ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Hauptursache für ihren Rückgang sind die Überdüngung von Äckern und Wiesen, die intensive Beweidung des Grünlandes, unnötig häufige Mahd von Wegrändern, Bahndämmen und Böschungen sowie die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln.
Mehr Infos zum Schwalbenschwanz unter http://schmetterlinge.bund-rlp.de/wissenswertes/schwalbenschwanz_entwicklung_und_generationenfolge/

01.08.2018

Region: Mühldorfer Land (ehem. Isental)