Isentaler des Monats März 2016 – das Leberblümchen

Projekt: Isentaler des Monats

Leberblümchen
© Rosa Kugler

Auf die Plätze, fertig, lila. Sobald die Temperaturen im Frühling ansteigen, überspannt ein violetter Schleier den Waldboden binnen kürzester Zeit. Es ist das Leberblümchen, eine mehrjährige kleine Staude aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Man findet die violette anmutige Blume in lichten Mischwäldern auf kalkhaltigem Boden.
Von März bis April erstreckt sich die Blütezeit. Die einzelne Pflanze blüht nur eine Woche. Die violette Blütenfarbe ist auf den Farbstoff Anthocyan zurückzuführen. Dieser kann Licht in Wärme umwandeln und schützt das Leberblümchen vor harten Frösten.

Nektar bietet die Blüte nicht, sie ist jedoch ein wichtiger Pollenlieferant für Bienen, Käfer und Schwebfliegen. Die Samen werden wegen eiweißreicher Anhänge, den so genannten Elaiosomen, von Ameisen aufgesucht und durch diese verbreitet.
Die neuen Blätter erscheinen erst nach der Blüte. Ihre Form erinnert an die menschliche Leber, wofür der wissenschaftliche Name Hepatica steht (Hepar, griech. Leber). Nach der Signaturenlehre des Arztes Paracelsus hat das Leberblümchen seinen Namen bekommen. Die Signaturenlehre besagt, dass jedes Kraut durch Beschaffenheit und Aussehen kundtut, wofür es heilsam ist.
Das Leberblümchen ist selten, aber an den beschriebenen Standorten kann es ausgedehnte Bestände bilden. Es ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Die Pflanze darf weder gepflückt noch ausgegraben werden.

01.03.2016

Region: Mühldorfer Land (ehem. Isental)