Isentaler des Monats November 2015 – der Graukranich

Projekt: Isentaler des Monats

Graukranich
© Miriam Hansbauer

Ende Oktober, Anfang November ist ein beeindruckendes Naturschauspiel am Himmel zu beobachten – der Zug der Kraniche in ihre Überwinterungsgebiete. Sie ziehen entlang der Alpen auf ihrem Weg zu den Überwinterungsgebieten nach Spanien, Frankreich und vereinzelt Nordafrika. Viele Kranichtrupps streifen auch über das Isen- und Inntal, wie man es am Allerheiligenwochenende erlebn konnte. Im November bzw. Dezember 2014 rasteten erstmals 150 Kraniche zwischen Ammersee und Lech/Donau und sind erst mit Kälteeinbruch nach Weihnachten weitergezogen.

Der Graukranich (Grus grus) erreicht aufrecht stehend eine Größe von ca. 1,20 Meter. Damit ist er deutlich größer als Graureiher und Weißstorch, mit denen er verwechselt werden könnte. Im Flug ist der Kranich an seinem langen, gerade vorgestreckten Hals zu erkennen. Seine langen Beine überragen im Flug den Schwanz. Die unverwechselbaren Trompetenrufe des Kranichs sind je nach Witterung zwei Kilometer und weiter zu hören. Jungvögel lassen dagegen nur ein hohes Fiepen hören.
Die vielseitige Nahrungspalette der Kraniche reicht z.B. von Insekten und deren Larven, Würmern, Schnecken, Fröschen und Kleinsäugern bis zu Mais- und Getreidekörnern, Erbsen, Bohnen, etc.
Das Brutgebiet des Graukranichs erstreckt sich von der Weser in Deutschland über Skandinavien, das Baltikum, Polen, die Ukraine, Weißrussland und Russland bis nach Asien. Es gibt jedoch auch in Bayern einige wenige Brutpaare. 2014 gab es zwölf bestätigte Brutpaare mit insgesamt 14 Jungvögeln. Der anmutige Vogel brütet am Boden und baut sein Nest besonders gern in Sumpfwäldern sowie in verlandenden Seen und Teichen, um die Nachkommen vor Wildschwein oder Fuchs zu schützen.
Kraniche werden frühestens im dritten Lebensjahr geschlechtsreif. Ab Mitte März legen sie zwei Eier. Nach 30 Tagen schlüpfen die Jungen, die von beiden Eltern gefüttert werden.
In der Regel bleibt das Kranichpaar vermutlich bis zum Tod eines Partners zusammen. Doch es gibt auch Ausnahmen zu dieser Dauerehe.Galt der Kranich in der Mythologie und in der Literatur als Frühlingsbote und Glücksvogel, spielt ihnen der Mensch in jüngster Zeit übel mit. Mindestens zehn der 15 Arten sind vor allem wegen der Zerstörung ihrer Lebensräume bedroht.
1996 wurde die gemeinnützige Kranichschutz Deutschland GmbH mit dem NABU und dem WWF als die Gesellschafter gegründet. Ihr Ziel ist es - neben der Öffentlichkeitsarbeit - dem Kranich eine sichere Brutheimat sowie störungsfreie Sammel- und Rastplätze in Deutschland zu erhalten und zum internationalen Kranichschutz beizutragen.Mehr Infos erhalten Sie auf der Homepage unter http://www.kraniche.de/
Kranichbeobachtungen können in www.ornitho.de eingegeben werden oder Dr. Miriam Hansbauer vom Kranichschutz Deutschland (Miriam.Hansbauer@t-online.de) mitgeteilt werden.

01.11.2015

Region: Mühldorfer Land (ehem. Isental)