Isentaler Dezember 2015 – Das Schilfrohr

Projekt: Isentaler des Monats

Schilfrohr
© Rosa Kugler

Groß wie ein Riese und meist in größeren Trupps steht der Isentaler im Flusstal verstreut – das Schilfrohr. Es gehört zur Familie der Süßgräser und zählt botanisch zur Gattung Phragmites. Phragmites leitet sich aus dem griechischen Wort `Phragma´ für Zaun ab und bezieht sich auf die Verwendung der Halme für Zäune. Im Sommer ist die Pflanze grün und im Winter stirbt sie ab und wird hellbraun.Schilf ist eine Wärme liebende Pflanze und ein klassischer Anzeiger für die Verlandung von Gewässern. Es kommt an stehenden und langsam fließenden Altwassern und Gräben vor, dort wo das Grundwasser hoch ansteht. Auch auf den verbliebenen Moorwiesen sowie Erlen- und Weidenstandorten an der Isen ist es zu finden.

Schilfrohr vermehrt sich über Wurzelausläufer oder Samen und besiedelt daher nicht gepflegte Flächen sehr schnell. Die Früchte in dem buschigen Wedel an der Spitze der Pflanze sind frühestens im Dezember reif. Die Vermehrung über die Wurzeln erfolgt durch die bis zu 20 Meter langen Ausläufer sowie durch nieder liegende Halme, die an den Knoten auch Wurzeln bilden.
Größere Schilfbestände bieten zahlreichen Vögeln Schutz-, Brut- und Nahrungsmöglichkeiten. Enten, Singvögel und sogar Greifvögel wie die Rohrweihe, ziehen ihre Jungen im Schilf groß.
Schilf hat auch wirtschaftliche Bedeutung als Material wie z.B. zum Abdecken der Hausdächer vor allem früher und heute für Schilfmatten, die verschiedenste Verwendung finden. Schilfröhrichte gehören zu den geschützten Lebensräumen. Sie dürfen von März bis Ende September nicht gemäht werden.

01.12.2015

Region: Mühldorfer Land (ehem. Isental)