Solidarische Landwirtschaft Obermain gegründet

Mit Schwung ins neue Jahr.

Projekt: Solidarische Landwirtschaft Obermain-Jura

Bildunterschrift: Per Videokonferenz gründeten sie den neuen Verein „SoLaWi Obermain“: Bianca Faber, Michael Stromer, Arnt-Uwe Schille, Karin Fritsche, Petra Simon, Marion Reich und Sven Stephan. Im Bild fehlt Max Zeulner, der Hochstadter Bürgermeister. A



Mit Schwung ins neue Jahr startet das Vorhaben, in Lichtenfels eine sogenannte „Solidarische Landwirtschaft“ aufzubauen. Trotz Lockdown traf sich per Videokonferenzen ein Organisationsteam und gründete kürzlich den Verein „SoLaWi Obermain“. Dieser soll nun im Vereinsregister eingetragen werden. Doch was steckt dahinter?


In Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren schon einige gleichnamige Initiativen gegründet. Auch die Öko-Modellregion Obermain-Jura hatte bereits 2019 als ein Projekt unter weiteren die Gründung einer Solidarischen Landwirtschaft im Blick, schlägt sie doch zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Projekt ist grundsätzlich ökologisch und regional ausgerichtet und es sorgt für ein enges Miteinander von Erzeuger und Verbraucher. Konkret geht es bei der SoLaWi Obermain um den Anbau und die Versorgung mit Gemüse für die Haushalte, die sich als Ernteteiler der Solawi anschließen. Das erklärt auch den Begriff solidarisch: Man teilt sich die Ernte und bezahlt als Ernteteiler nicht jeden Salatkopf und jede Tomate einzeln, sondern finanziert durch einen monatlichen Beitrag das gesamte Vorhaben.
Bianca Faber und Michael Stromer, die seitens des Landkreises und der Öko-Modellregion das Projekt im vergangenen Sommer und Herbst bei verschiedenen Veranstaltungen vorstellten, wurden auf der Suche nach einem Anbau-Grundstück in Wolfsloch fündig. Auf einem Acker von Bernd Kraus am Ortsrand von Wolfsloch soll 2021 mit dem Gemüse-Anbau gestartet werden. Auch eine Gärtnerin wurde mit Petra Simon mittlerweile gefunden. Sie hat bereits viele Erfahrungen im ökologischen Gemüse-Anbau gemacht. In den letzten Wochen wurden bereits Anbaupläne entworfen, Bodenproben gezogen und weitere Fragen besprochen. Die Anbaumengen sollen so ausgelegt sein, dass ein Ernteteil einen Erwachsenen (Singlehaushalt) das Jahr über gut mit Gemüse versorgt. Über 25 verschiedene Gemüsesorten stehen auf der Anbauliste, die verschiedenen Salat- und Untersorten zum Beispiel bei den Tomaten gar nicht eingerechnet. Ein Ernteteil wird mit 40 EUR im Monat angesetzt; davon werden die Gärtnerin entlohnt, Jungpflanzen zugekauft, die Bewässerung bezahlt und vieles mehr. Für eine Familie bieten sich zwei Ernteteile für 80 EUR Monatsbeitrag an. Wer bei der Feldarbeit mithelfen möchte, kann dies gerne tun, zwingend ist es nicht. Bei dringenden Arbeiten wie dem Ausbringung vieler Jungpflanzen oder dem Hacken zur Unkrautbekämpfung zählen die Initiatoren auf die Schlagkraft der Gemeinschaft. Die Ernte wird mindestens einmal pro Woche am Acker oder in Lichtenfels ausgegeben. Dazu sucht der junge Verein nach einer Stellfläche, Carport, Scheune oder einer Garage in Lichtenfels, um für die Lichtenfelser Ernteteiler die Fahrten gering zu halten.
Nun steht der Initiative der nächste große Schritt bevor: Welche Single- oder Familienhaushalte aus der Umgebung von Hochstadt und Lichtenfels machen als Ernteteiler mit, damit dieses regionale und ökologische Projekt tatsächlich umgesetzt werden kann?
Bis Mitte Januar will das Organisationsteam die Vorbereitungen zum Start der Zeichnungsfrist abschlossen haben. Konkret schließen Ernteteiler mit der SoLaWi Obermain einen Vertrag auf ein Jahr, jeweils von März bis Februar. Im März soll also mit den Anbauarbeiten begonnen werden. Bis Mitte Februar sollte das Gerüst der Erntegemeinschaft stehen, um entsprechend planen zu können. Die Homepage SoLaWi-Obermain befindet sich derzeit im Aufbau. Dort sind dann der Anbauplan, der Vertrag und alle wichtigen Infos hinterlegt. Wer sich jetzt schon für ein oder mehrere Ernteteile anmelden will, kann dies per mail an info@solawi-obermain.de tun.

07.01.2021

Region: Obermain-Jura