Pinzgauerzucht - Familie Uebler

Zwei erwachsene Personen stehen mit zwei Kindern, die sie jeweils im Arm halten, vor einem Häuschen aus Holz.

Norbert und Cornelia Uebler mit den beiden Söhnen Vitus und Xaver
© Daniel Delang

Kuhglocken sind in der Oberpfalz ein eher ungewöhnliches Geräusch. Doch zu den Pinzgauern, einer alten und seltenen Salzburger Rasse, passen sie gut. Norbert Uebler, der die Pinzgauer-Zucht betreibt, findet nicht nur die Tiere schön, sondern auch die Tradition und Kultur, aus der sie stammen. So kommt es, dass seine Herde auch mitten in der Oberpfalz Glocken trägt. Die größten Bestände finden sich im Alpinen Raum, wo sich die Rasse wegen des hervorragenden Geschmacks, der Anpassungsfähigkeit und der vielfachen Einsatzmöglichkeiten als Zugtier, sowie zur Fleisch- und Milchproduktion großer Beliebtheit erfreute. In den 50er-Jahren wurde die heimische Rasse, durch Hochleistungsmilchrassen verdrängt und war vom Aussterben bedroht, bis die schönen Tiere in den letzten Jahren wieder beliebter wurden.

Norbert Uebler ist von Beruf Besamungstechniker. Den elterlichen Betrieb, eine Milchviehhaltung in der Dorfmitte, wollte er so nicht übernehmen. Sein großes Interesse an Rassen hat ihn schon früh mit Pinzgauer Rindern in Berührung gebracht – und es war Liebe auf den ersten Blick. Die Antwort, warum Pinzgauer, ist so schlicht wie überzeugend: „Es sind wunderschöne Tiere. Das war der Grund, der einzige. Die guten Muttertiereigenschaften, die besondere Fleischqualität, all das bemerkte ich erst im Laufe der Zeit. Die Eltern führten den Betrieb damals noch, aber es war immer genug Platz für mein Hobby der Rinderzucht.“ Die langsame Entwicklung geht mit dem stetigen Aufbau der Direktvermarktung einher.

Als die Eltern die Milchkühe verkaufen, vergrößert Norbert Uebler die Herde. „Es sind jetzt etwa 45 Muttertiere und drei Zuchtstiere. Die Kälber werden zwei Jahre auf der Weide gehalten, bis sie schließlich geschlachtet und vermarktet werden. Das ergibt für die 81 Hektar einen niedrigen Tierbesatz. Die Tiere sind genügsam, leben von Heu und Gras.“ Die Genügsamkeit und der niedrige Tierbesatz stimmen auch in Zeiten des Klimawandels zuversichtlich. „Solange die trockenen Jahre nicht direkt aufeinanderfolgen, habe ich mit dem Viehbesatz kein Problem.“ Acht Herden sind es, die auf unterschiedlichen Weiden grasen. Da sind die Bullen, die Muttertiere mit den Kälbern, Muttertiere mit Kälbern und Stieren. „Die Tiere ziehen auch regelmäßig um, sie sind deshalb den Kontakt mit uns und mit dem Transportwagen gewohnt. Das ist später ein Vorteil, wenn es zum nahegelegenen Metzger geht. Rinder sind absolute Gewohnheitswesen und nur, was sie kennen, nehmen sie gelassen hin. Fremdes und Unterbrechungen von der Routine sind ihnen ein Graus.“ Die zweimalige Herdenkontrolle tut ein Übriges, dass die Tiere gut an das Landwirtepaar gewöhnt sind.

Familie Ueblers Betrieb liegt in einem beliebten Wander- und Ausflugsgebiet, und da war es naheliegend, auch über einen Verkaufsraum am Hof nachzudenken. „Wanderer kommen halt nicht unbedingt zu den Zeiten, wo wir da sind, oder haben Hemmungen einfach zu klingeln. Mit dem Verkaufsraum im oberbayerischen Stil möchten wir die Nachfrage gut bedienen und eine praktische Einkaufsmöglichkeit schaffen“, so Conny Uebler.

Das Angebot beschränkt sich dabei nicht nur auf die eigenen Produkte Salami, Schinken und Wurst im Glas. Am Hof hat ein Imker ein paar Völker, deren Honig es auch gibt. Ebenso finden sich die Heumilchkäse der Familie Pöllinger und Joghurt und Quark vom Biohof Klischewski. Dazu kommt auch noch TK-Ware an eigenem Fleisch. Für den Verkauf der Fleischpakete ab Hof nutzt Conny eine Whatsapp-Gruppe und telefoniert mit den älteren Kunden. Mit derart bedarfsorientierter Kundeninformation wächst der Kundenkreis stetig. Das verhilft den regionalen Bioerzeugnissen zu mehr Bekanntheit in der Region.

Region: Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg