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Simon Rauch

Biogemüse Simon Rauch

Öko-Modellregion
Simon Rauch
© Daniel Delang

Natürlich ist Selbstversorger kein anerkannter Beruf und so probierte sich Simon in vielen Berufsfeldern aus. Gemeinsam war diesen immer der Bezug zu Handwerk oder Kultur. In der Folge ist Simon umfassend handwerklich versiert, hat einen Oldtimer restauriert und kann Dächer decken. Dazu kommen noch andere, kreative Tätigkeiten wie Musizieren – er spielt Tuba, Gitarre, Schlagzeug und probiert gerne weitere Instrumente aus.

Einige Jahre hat er sich von seinem Instinkt und guten Gelegenheiten treiben lassen, bis er schließlich in Leugas bei Wiesau auf einem Hof landet. Dort merkt er, dass die Landwirtschaft wie auf ihn zugeschnitten ist. Es sind vielfältige Kenntnisse notwendig: vom Reparieren der Maschinen und des Fuhrparks über handwerkliche Begabung und das Arbeiten mit den Tieren in und mit der Natur. Dabei legt man noch Wert auf Tradition, auch seine musische Begabung hat Platz. Im Juli 2015 verstirbt der Besitzer des Hofes nach kurzer Zeit und Simon übernimmt kurzerhand den Betrieb. Neben dem Hofladen und den landwirtschaftlichen Flächen ist Simon auch für die Witwe des ehemaligen Besitzers da. Ende 2015 lernt er seine zukünftige Frau Simona kennen, die ihn auf dem Hof tatkräftig unterstützt. Anfang 2018 wagen Sie den Schritt in eine neue Richtung und gründen mit einem Partner aus Weiden eine solidarische Landwirtschaft – die SoLawi Stoapfalz. Bei einer SoLawi verkauft ein Hof seine Ware nicht über einen anonymen Markt an anonyme Kunden, sondern an eine feste Gruppe von Menschen, die sich die Kosten und Ernte teilen. Die veränderte Beziehung zwischen Erzeuger und Verbraucher bedingt auch, dass Menschen zur Stelle sind, wenn Hilfe gebraucht wird. Unterstützung ist immer nur einen Aufruf in der Whatsapp-Gruppe entfernt. Es finden sich bei Bedarf immer ein paar Helfer. Sie federn damit Spitzen ab und ermöglichen es, gut zu wirtschaften.

Nachdem Mitte 2018 auch die Witwe verstirbt und der Hof zum Verkauf steht, ist für die jungen Bio-Bauern der Kauf und die Renovierung des Hofes keine Option.

So geht die Reise weiter und führt nach Krummenaab, wo Dank viel Unterstützung von Freunden und der SoLawi eine neue Gärtnerei errichtet wird. Im Steinwald mit seinem rauen Klima und den steinigen, eher kargen Böden ist das Gärtnern anfangs eine große Herausforderung, zumal der Boden vorher zwar biologisch bewirtschaftet wurde, aber eine Wiese war.

Und es funktioniert! Mittlerweile gibt es drei Abholstellen für die wöchentlichen Ernteanteile: in Weiden, in Marktredwitz und bei der Gärtnerei in Krummenaab. 110 Familien haben sich über Ernteanteile für ein Jahr verpflichtet, seine Kosten zu tragen und dürfen sich dafür die Ernte teilen. Diese wächst teilweise in Gewächshäusern, wodurch auch bei kälteren Temperaturen die Versorgung gesichert ist. Simon und seine Frau Simona haben alles gemeinsam aufgebaut und auch zwischenzeitlich eine eigene kleine Familie gegründet. Seit letztem Jahr haben Sie Unterstützung von Hanka. Sie ist Gärtnerin und freut sich, hier in der Region naturnah und biologisch ihren Beruf ausüben zu dürfen.

Mit Hilfe der Öko-Modellregionen wurde 2022 das dritte Gewächshaus gefördert. Die Gärtnerei läuft seit Beginn auf hohen Touren und erfreut sich immer mehr Nachfrage. Es ist ein sehr zufriedenstellendes Konzept für alle.

Simon hat seine Bestimmung gefunden.



Kontakt:
Biogemüse Simon Rauch
Stockau 4
92703 Krummennaab
Telefon:  0160 - 7664 207
E-Mail: solawi-stoapfalz@web.de

Homepage:: www.simonrauch.de
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