Barbara und Wolfgang Birk

Vielfalt auf dem Archehof in Weitnau-Hellengerst

Familie Birk auf der Weide

Familie Birk
© Daniel Delang

Wolfgang und Barbara Birk betreiben im Allgäu einen Arche-Hof. Den geschützten Begriff dürfen nur Betriebe tragen, die wenigstens drei vom Aussterben bedrohte bzw. seltene Tierrassen am Hof halten. Denn das ist beiden ein Herzensanliegen: die Erhaltung heimischer Rassen, die an den jeweiligen Standort angepasst sind.


Bei Familie Birk sind dies das Original Allgäuer Braunvieh, das Braune Bergschaf sowie das Augsburger Huhn. Es sind genügsame, widerstandsfähige Tiere, keine einseitig gezüchteten Hochleistungsrassen, die nach wenigen Produktionszyklen wieder "aussortiert" werden – und deshalb selten geworden sind. Tierwohl und die Qualität der tierischen Produkte stehen an erster Stelle, nicht die bloße Menge.

Die Kühe sind horntragend und liefern die Milch für die geplante hofeigene Molkerei. Diese wird mit sogenannten Genussrechten finanziert – ein tolles Modell, das die Menschen vor Ort in die Vermarktung mit einbezieht. In der Hofmolkerei werden künftig Joghurt und Milch für die Direktvermarktung, aber auch für Läden, Gastronomie und Hotellerie abgefüllt– reine Bio-Milch vom Original Allgäuer Braunvieh. Das passt ins Allgäu und der Absatz innerhalb der Öko-Modellregion wird sich sicherlich gut entwickeln. Besonders wichtig ist Birks auch, dass sie ihre Kälber auf dem Hof aufziehen und direkt vermarkten – kein Kalb verlässt den Hof zur Mast. Ein Thema, das zunehmend auch bei Verbrauchern ins Bewusstsein rückt, denn Milch und Fleisch gehören zusammen. Und das ist für Birks schon lange Selbstverständlichkeit.
Ab Hof gibt es außerdem neben den hier erzeugten Wurst- und Fleischprodukten vom Lamm, Rind und Kalb auch selbst gebackenes Bauernbrot aus dem Holzbackofen und kuschelige Schaffelle.
Wer will, kann die Erzeugnisse auch direkt vor Ort im Café probieren und kommt dabei auch in den Genuss von den köstlichen selbstgebackenen Kuchen.

Vollblut-Bauern wie Barbara und Wolfgang ist es aber nicht genug, nur Kunden am Hof zu bedienen. "Der Bauernhof als ganzheitliches Erlebnis. Wie geht das heute, dass wir unsere Tradition lebendig erhalten? Das ist das Anliegen. Es geht nicht nur um Essen und Trinken, sondern auch darum, diese Lebensweise zu verstehen", erläutert Barbara. Als umsichtige und zugewandte Gastgeber legen sie auch Wert darauf, dass die Besucher mehr mitnehmen können, zum Beispiel Wissen über das Leben auf dem Land früher und heute. Mit Referenten und Referentinnen vor Ort führen sie Seminare zur Natur- und Umweltbildung durch und haben hierfür auch einen attraktiven Seminarraum mit natürlichen Materialien eingerichtet, der aber auch für eigene Veranstaltungen gemietet werden kann. Dazu gibt's ein schmackhaftes Verpflegungsangebot.

Als ausgebildete Moorführerin und Kräuterpädagogin leitet Barbara ihre Besucher auf Wanderungen durch Wald und Flur und gibt auch in diesem Bereich gern ihr Wissen weiter. Bei den Hofführungen geht es etwa um das Thema Arche oder auch die Aufgabe und Anlage eines Bauerngartens. Im Sommer steht die Rosenpracht im Mittelpunkt und man kann alles lernen über diese Königin der Blüten, die als Zeichen der Liebe ebenso geschätzt ist wie als Heilpflanze und in zahlreichen Märchen und Mythen im Mittelpunkt steht.

Auch für die Kleinen und Kleinsten ist der Archehof Birk ein unvergesslicher Lernort. Die Kinder (ab 3 Jahren) lernen die Tiere kennen und erfahren auch viel über die Arbeiten am Hof. Am Schluss dürfen alle eine kleine Erinnerung an einen erlebnisreichen Nachmittag mit nach Hause nehmen.

Region: Oberallgäu Kempten