Bernhard Storath

Bürgermeister und Biobauer

Bernhard Storath
© Daniel Delang

Bernhard Storath ist ein Mann der Tat und der klaren Ansagen. Und seit nunmehr über zwölf Jahren Bürgermeister von Ebensfeld. Er wird es für weitere sechs Jahre bleiben, mit 70 Prozent wurde er trotz dreier Gegenkandidaten im Amt bestätigt. Das erfüllt ihn zu Recht mit Stolz und der Gewissheit, den richtigen Weg gegangen zu sein.

Der Weg, das bedeutet für Bernhard Storath Nachhaltigkeit. Das ist es, was ihn als Bürgermeister antreibt, auch wenn er manchmal vom Gemeinderat überstimmt wird und es lange dauert, bis er seine Anliegen erfolgreich umsetzen kann. Dann ist das eben so. Es ist diese Bestimmtheit, die die Bürger an ihm zu schätzen wissen. Man weiß, woran man ist und wofür er steht.

Dazu ist er immer für alle Bürger erreichbar. Das kostet Kraft. Als Ausgleich dazu hat er zwei Hobbies: Das Backen und die Landwirtschaft. Als er die Nebenerwerbslandwirtschaft übernimmt, stellt er sofort auf ökologische Wirtschaftsweise um. Etwas anderes kommt für ihn nicht infrage. Scheinbar unbeeindruckt von Schwierigkeiten, die auftauchen mögen, geht er seinen Weg.

„Die Landwirtschaft, das bedeutet für mich heute, zur Ruhe kommen, abschalten, erden.“ Zusammen mit seiner Frau und einer 450-Euro-Kraft stemmt er einen gesunden Betrieb mit 40 Hektar Ackerbau zur Saatgutvermehrung und Direktvermarktung. Dinkel und Einkorn werden am Hof entspelzt. „Alles im kleinen Stil“, wie er betont. Eier vom Hof, die Hühner aus einer Bruderhahn-Initiative, die aus den Gockeln Sülze einkocht. Ein kleines, feines Biovollsortiment sorgt dafür, dass sich die Ebensfelder mit Verbandsbioprodukten versorgen können, wenn sie möchten.

Eigener Saft aus dem Streuobstwiesen soll nun zu einem überregionalen Projekt werden: Über 8000 Streuobstbäume hat der Landkreis unlängst gezählt. Wohl keiner davon gespritzt, aber die meisten mit dringendem Pflegebedarf. Eine Sammelzertifizierung soll unbürokratisch und ohne großen Aufwand fürs Biolabel sorgen, darunter will es Bernhard Storath nicht machen. Die Apfelbäume im Landkreis sollen so erhalten werden, frei nach Carlo Petrini, dass verzehrt werden muss, was man erhalten will. In diesem Fall wäre es ein biozertifizierter, naturtrüber Streuobstsaft. Ein schönes Produkt. Einige Hindernisse sind da sicherlich noch zu bewältigen. Davor schreckt Bernhard Storath aber nicht zurück. Er weiß, dass er Widerstände aushalten muss, wenn er etwas ändern will.

Bei so viel Einsatz braucht es Ausgleich. Neben der Landwirtschaft ist es für ihn das Backen. Nur eigenes Getreide kommt in den Natursauerteig. Alle zwei Wochen startet das Ritual: Sauerteig ansetzen, Brotteig herstellen und gehen lassen, Ofen anheizen, Backen.
Die Kunden wissen diese traditionelle Köstlichkeit zu schätzen. Auch solche, die mit Bio eigentlich wenig anfangen können, sind darunter. Was sich ja irgendwann ändern kann. Vor allem, wenn man dranbleibt und sich durch Schwierigkeiten nicht beeindrucken lässt.

Region: Obermain-Jura