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Fachvortrag zu Klima- und Umweltleistungen des Ökolandbaus stieß auf großes Interesse

Zahlen, Fakten und Praxisbeispiele aus einer bundesweiten Langzeitstudie

Projekte: Erlebnisse in der Öko-Modellregion Steinwald, Bio für den Verbraucher
Bio-Erlebnisse in der Steinwald-Allianz
Anschaulich und verständlich erklärte Prof. Hülsbergen die Zusammenhänge von Landwirtschaft und Klimaschutz.
© Steinwald-Allianz

Auf Grundlage einer umfangreichen Langzeitstudie erläuterte Prof. Hülsbergen die Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, Klimaschutz und Umweltwirkungen. Dabei stellte er zahlreiche Zahlen und Auswertungen aus einem deutschlandweiten Netzwerk von Pilotbetrieben vor, in dem unter anderem Stickstoffkreisläufe, Humusbilanzen, Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen untersucht werden.

 

Besonders deutlich wurde, dass vielfältige Fruchtfolgen mit Leguminosen, flächengebundene Tierhaltung und geschlossene betriebliche Stoffkreisläufe wesentlich zum Humusaufbau und zur Kohlenstoffbindung im Boden beitragen – alles Prinzipien der ökologischen Wirtschaftsweise. So zeigen die Ergebnisse, dass Bio-Betriebe aufgrund dessen im Vergleich zu konventionellen Systemen häufig geringere Treibhausgasemissionen pro Fläche und Produkt sowie eine höhere Energieeffizienz aufweisen. Ein wesentlicher Faktor dabei ist das Verbot des Einsatzes von künstlich hergestellten Stickstoff-Düngern im Ökolandbau, da dieser mit hohem Energieaufwand produziert wird.

 

Nebenbei erläuterte er noch die Zusammenhänge, warum Milchvieh-Betriebe egal ob bio oder konventionell im gesamtbetrieblichen Vergleich zu reinen Ackerbau-Betrieben niedrigere Treibhausgasemissionen aufweisen, entgegen der landläufigen Annahme der hohen Klimaschädlichkeit von Kühen. „Man könnte meinen das Wichtigste, was die Kuh produziert, ist Methan, aber das Wichtigste, was sie produziert, ist doch Milch!“, scherzte Hülsbergen, und verwies darauf, dass nicht isoliert die Methan-Produktion der Kuh betrachtet werden kann. In der Gesamtschau werden zum Beispiel für die Rinderfütterung Grünland und Kleegras gebraucht, welche enorme CO2-Speicherfähigkeiten haben und gegenbilanziert werden müssen.

 

Mit vielen praxisnahen Beispielen machte der Referent die komplexen Zusammenhänge verständlich und verdeutlichte, welches Potenzial der Ökolandbau für den Klima- und Umweltschutz bietet. Auch die volkswirtschaftlichen Vorteile durch vermiedene Umwelt- und Folgekosten wurden anschaulich dargestellt. Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zu einer lebhaften Diskussion und stellten zahlreiche Fragen zu regionalen und betrieblichen Umsetzungsmöglichkeiten. Das große Interesse zeigte, dass das Thema nachhaltige Landwirtschaft und Klimaschutz in der Region auf breite Resonanz stößt.

 

Die Veranstaltung war Teil des Winterprogramms der Bio-Erlebnisse der Öko-Modellregion Steinwald. Das positive Fazit der Besucherinnen und Besucher: Ein informativer, kurzweiliger und fachlich hochwertiger Abend, der zum Nachdenken und Weiterhandeln anregte.

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