Ca 15 Leute sind der Einladung gefolgt um sich von Florian Weil die Schweinehaltung von Gut Georgenberg näher bringen zu lassen. Am Rand der Sauenweide ging's erst hauptsächlich um allgemeine Themen der Schweinehaltung, wie Fütterung, Schlachtung, Flächenbedarf und ähnliches.
Anschließend ging's ab in den Wald zu den Abferkelställen. Aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung der afrikanischen Schweinpest, war es nicht möglich, direkt in die Stallungen hineinzuschauen. Doch von der Ferne konnten die BesucherInnen ein paar Blicke auf zwei erst vor wenigen Tagen geborene Ferkel werfen, die die Neugier aus dem Stall schauen hat lassen. Qualifizierte Fragen, wie "Wie schützt ihr eigentlich die Ferkel davor, dass die Mutter sich versehentlich auf sie drauflegt?" zeugten davon, dass im Publikum bereits einiges an Vorwissen vorhanden war.
So ging es dann auch bald ganz spezifisch um das Thema "Schweinehaltung im Wald". Was für den Laien erstmal vollkommen natürlich aussieht - schließlich kommen die schlauen Tiere ja ursprünglich aus diesem Lebensraum - stellt sich in der Praxis als gar nicht so einfach und im Endeffekt als äußerst kostspielig dar. "Das ist historisch bedingt." erzählt Florian Weil. "Der Wald war früher das Jagdrevier der Adeligen. Und diese hatten keinerlei Interesse daran, dass die Bauern ihr Vieh dort hineinließen." Als schließlich die Schweine fast nur noch in Massen im Stall gehalten wurden, war das dann auch kein Thema mehr. Erst in jüngster Zeit bemühen sich Betriebe darum, Genehmigungen für die Haltung von Schweinen im Wald zu bekommen. (So beispielsweise auch das benachbarte Gut Herrmannsdorf.) Doch die Auflagen dafür sind hoch. So gilt der Wald qua Gesetz nicht mehr als "Wald" sobald Hausschweine darin leben. Er gilt als "gerodet", selbst wenn kein Baum Schaden nimmt. Deswegen muss für jeden m² Wald den man zur Schweinhaltung nutzt, woanders ein m² aufgeforstet werden. Eine weitere, teure Hürde: Der auf ganzer Länge per Video überwachte "Hochsicherheitszaun" um die Waldweide. Er ist vorgeschrieben, um den direkten Kontakt zwischen Haus- und Wildschweinen zu unterbinden. Inklusive diverser Gutachten und Genehmigungen beliefen sich die Investitionskosten laut Florian Weil auf Zigtausende Euro. Ein Grund dafür, dass diese artgerechteste Form der Schweinehaltung wohl leider eher eine Ausnahme bleiben wird.