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Führung zu Wasserqualität an der Döberten

Spannende Erkenntnisse rund ums Wasser

Experiment bei Naturpark-Führung zu Wasser
Experiment zu Regenwasserversickerung
© LPV Lichtenfels / Teresa Spiegel

Der Biber braucht keinen Zahnarzt

Zu einer Naturpark-Führung am Bach gehört natürlich das Thema Biber. Nachdem die Tiere in Deutschland schon fast ausgestorben waren, sind sie nun im Naturpark Fränkische Schweiz in Teichen und Bächen wieder heimisch geworden. Erstaunlich sind einige Fakten über die emsigen Tiere. Wer hätte gedacht, dass Biber fast 100 mal dichtere Haare haben als wir Menschen? Besonders begeistert waren die Kinder unter den Besuchern, dass der Biber keinen Zahnarzt braucht, weil seine Nagezähne einfach immer weiter wachsen. Das ist natürlich auch ein Grund, warum er fast an allem nagen muss, was sich ihm an Holz bietet. Dafür erledigt er dann auch einen natürlichen Wasserbau an unseren kleinen Fließgewässern und sorgt für ein gesundes Ökosystem im Bach.

Wo unser Trinkwasser herkommt

Die heißen, trockenen Wochen im Juli hat noch jeder in Erinnerung. Da war die Frage natürlich besonders interessant, wo unser Trinkwasser herkommt und was wichtig ist, damit das Trinkwasser uns nicht ausgeht. Zwar wird ein großer Teil der Trinkwasserversorgung im Landkreis über die Fernwasserversorgung Oberfranken gesichert, aber gerade unsere kleineren Ortschaften haben oft noch eigene Brunnen, die auf genug Grundwasser angewiesen sind. Und wo kommt nun dieses Grundwasser her? Diese Frage konnte Projektmanager Stefan Janssen von der Öko-Modellregion vor allem den Kindern unter den Besuchern anschaulich beantworten. Mit einem kleinen Experiment wurde deutlich, wie wichtig ein belebter, möglichst immer bewachsener Boden für die Versickerung des Regenwassers ist. Im Boden der Bio-Bauern fühlen sich die Regenwürmer besonders wohl und hinterlassen mit ihren Röhren eine natürliche Drainage, wodurch auf dem Bio-Acker bis zu doppelt so viel Regenwasser versickern kann. Auf lange unbewachsenen Böden, wie im Maisfeld neben dem Bach führt starker Regen stattdessen zu Oberflächenabfluss und die wertvolle Ackerkrume wird weggeschwämmt. Gebietsbetreuerin Teresa Spiegel vom Landschaftspflegeverband konnte mit einem Experiment dann anschaulich machen, wie der Boden das Regenwasser filtert und reinigt, bis es im Grundwasser ankommt.

Die Eintagsfliege lebt doch länger

Zu guter Letzt konnten die Teilnehmenden der Führung noch das Leben im Bach in Augenschein nehmen. Die Kinder unter den Besuchern sammelten mit Hilfe der Naturpark-Rangerin Julia Dummert emsig ein, was im Bach herumschwimmt oder unter Steinen versteckt ist. In Wasserschalen sicher aufbewahrt konnten die Teilnehmenden dann unter dem Binokular betrachten, wie Eintagsfliegenlarve und Köcherfliegenlarve aussehen. Anhand der gefundenen Fauna konnten die Teilnehmenden anschließend mit Hilfe einer Tabelle feststellen, dass die Döberten ein Gewässer mit guter Wasserqualität ist. Ganz erstaunt waren alle, dass die Eintagsfliege als Larve Monate bis Jahre lebt, bevor sie als Fliege wirklich nur eine kurz Lebensphase zur Fortpflanzung hat. Carolin Lang-Groß vom Landschaftspflegeverband erläuterte in dem Zusammenhang die Maßnahmen, die von dem Verein zur Renaturierung des Gewässers unternommen worden sind. So wurden etliche alte Stauwehre entfernt, die heutzutage für die Bewirtschaftung der angrenzenden Wiesen nicht mehr benötigt werden. Dadurch wird der Bach auf seiner gesamten Länge wieder zugänglich für Fische, die das Ökosystem für ihre Fortpflanzung benötigen.

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