Arbeiten und Essen wie früher

Öko-Modellregion Stiftland organisiert handwerklichen Nachmittag

Projekt: Öko? Logisch!

Erwachsene und Kinder sitzen um einen Tisch und filzen Windlichter

Sengerhof Scheune Bad Neualbenreuth Kunsthandwerk
© ÖMR Stiftland

Die Bewusstseinsbildung ist ein Handlungsfeld der Öko-Modellregion Stiftland. So fiel es dem Projektmanagement leicht, eine Veranstaltung im Rahmen der Stiftlandtage für Bad Neualbenreuth auszurichten. Denn aus der geschichtlichen Entwicklung heraus waren es zunächst Wolle und Flachs, welche die bäuerlich strukturierte Region prägten. Das idyllische Städtchen am Grenzkamm zu Tschechien ist gleichzeitig die Heimat für seine in ganz Bayern bekannte Filzerin Anita Köstler. Das Motto: „Arbeiten und Essen wie früher“ sollte verdeutlichen, dass man mit natürlichen Produkten und alter Handwerkskunst tolle Alltagsgegenstände selbst herstellen kann. Und auch eine kleine aber feine Köstlichkeit aus bio-regionaler Herkunft sollte dabei nicht fehlen.

Der Sengerhof in Bad Neualbenreuth lieferte die Kulisse für den handwerklichen Nachmittag. Der aus dem 18. Jahrhundert stammende Hof bot dazu natürlich den passenden Rahmen für unser Motto: „Arbeiten und Essen wie früher“. Die Scheune des typisch traditionellen Egerländer Vierseithofes wurde kurzerhand zur Werkstatt eingerichtet. Denn unsere Teilnehmer wollten sich von Anita Köstler das Filzhandwerk zeigen lassen. Mit Hilfe eines Zapfens erläuterte Anita anschaulich was mit den einzelnen Wollhaaren passiert und warum diese sich so gut verfilzen lassen. Mit einem bunten Reigen aus Wolle konnten die 21 Anwesenden direkt im Anschluss starten. Neben der Arbeit, die körperlich schon anstrengend sein kann, lauschten die großen und auch kleinen Teilnehmer, den Geschichten aus Anitas Lehrzeit. Bei der Verarbeitung der Wolle, dem eigentlichen Filzen, kam Wasser und Anitas selbsthergestellte Seife zum Einsatz. Nach getaner Arbeit reihten sich allerhand bunte Windlichter aneinander, jedoch war der Nachmittag noch nicht vorbei.
Denn was folgt auf eine anstrengende Arbeit? Richtig, eine einfache Brotzeit. Hierfür bekamen alle ein Schraubglas mit bio-regionaler Sahne. Und nun wurde geschüttelt und gezählt und weiter geschüttelt und von 100 rückwärts gezählt. Dann war sie fertig – unsere selbstgeschlagene Butter, welche großzügig auf die Brotscheibe, bestreut mit etwas Salz, eine Köstlichkeit nach der getanen Arbeit darstellte. Bei schönem Sonnenschein ließen die Mamas den Tag bei einer im Stiftland gerösteten Tasse Bio-Kaffee und angeregten Gesprächen ausklingen, während die Kinder derweil über den Innenhof des im 12er befindlichen Museumshof tobten.

15.09.2022

Region: Stiftland