Konsum überdenken

Tierwohl und Fleischkonsum - wie passt das zusammen? Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags besucht Initiative Biokalb Oberland

Projekt: Miesbacher Weidefleisch

Besuch von Ilse Aigner in Wall
© Stilller

Der Fall Tönnies hat wieder mal gezeigt, dass vieles im Argen liegt in der Fleischerzeugung. Die Arbeiter in Großschlachtereien zahlen den Preis dafür, dass Kunden günstig Fleisch und Wurst kaufen können. Daneben sind es nicht zuletzt die Tiere selbst, die aufgrund des immer größeren Kostendrucks in immer größeren Strukturen möglichst effiziernt und dabei nicht immer artgerecht gehalten werden.

Das Tierwohl ist schon seit längerem im Focus der Gesellschaft und durch den Fall Tönnies wieder in die Diskussion geraten.

Konsum überdenken
Tierwohl lässt sich nur umsetzen, wenn der Verbraucher diese Produkte auch kauft. Die Öko-Modellregion Miesbacher Oberland versucht an vielen Stellen aufzuklären, ein Bewußtsein zu schaffen und Alternativen zu unterstützen.
Denn Alternativen, die Regionalität, Tierwohl und hohe Qualität bei der Fleischproduktion in Einklang bringen, gibt es im Landkreis Miesbach.

Beispielsweise die Initiativen Miesbacher Weidefleisch und Biokalb Oberland, über die sich die Stimmkreisabgeordnete und Landtagspräsidentin Ilse Aigner gemeinsam mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan und Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber auf dem Hairerhof der Familie Stürzer in Wall informierte. Mit dabei waren auch Sophie Obermüller der Tegernseer Naturkäserei, Metzger Mirco Göttfert und BioLandwirt Leonhard Obermüller.

Gemeinsam wurde diskutiert, wie man die Konsum-Gewohnheiten überdenken und im Sinne einer lebenswerten Zukunft verändern kann. So muss das Angebot für den Kunden möglichst attraktiv sein, aber für den Landwirt arbeitswirtschaftlich auch machbar sein. Wichtige Akteure in der Region sind dabei die handwerklich arbeitenden Metzger mit den entsprechenden Schlachtstätten.

Ein bedeutender Absatzweg kann auch die örtliche Gastronomie sein. „Weil es günstiger ist, wird Importfleisch mitunter auch von der heimischen Gastronomieg gkauft, die natürlich auf ihre Ausgaben schauen muss“, erklärte Stephanie Stiller, Öko-Modellregionsmanagerin Miesbacher Oberland. Eine entsprechende Kennzeichnung von regional erzeugtem Fleisch beispielsweise in den Speisekarten könnte auf den Zusatznutzen aufmerksam machen. Viele Ideen wurden zusammengetragen. Nicht zuletzt wegen den herzlichen und ehrlichen Art von Marina und Albert Stürzer waren alle Teilnehmer überzeugt, noch viel von der Initiative Biokalb Oberland zu hören.

Weitere Infos unter
www.biokalb-oberland.de
www.miesbacher-weidefleisch.de

19.07.2020

Region: Miesbacher Oberland