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„Biodiversität und Ökosystemleistungen - Entwicklungen und Lösungsmöglichkeiten von der globalen zur lokalen Ebene“

Referat von Prof. Dr. Josef Settele

Projekt: Biodiversität - Biologische Vielfalt fördern
Biodiversität
Prof. Dr. Josef Settele, Helmholtz-Institut
© Steinwald-Allianz

Der regionalen Biodiversitätsinitiative wurden durch das Referat von Prof. Dr. Josef Settele weitere wichtige Impulse für die Konzeptentwicklung gegeben. Diese Veranstaltung, die in der Gemeinde Brand stattfand, baute auf einer ersten wichtigen Aktion im Oktober des Vorjahres auf: einer „Bürgermeister-Exkursion“ in die Biodiversitätsgemeinde Brennberg. Bei dieser Exkursion wurden sowohl das kommunale Konzept zur Förderung der Biodiversität als auch konkrete Maßnahmen vorgestellt.
Das Hauptziel des Abends war es, die gemeinsame Arbeit zur Förderung der Biodiversität weiter voranzutreiben. Es ging darum, konkrete Maßnahmen zu entwickeln und zu erörtern, die in der Region umgesetzt werden können. Dabei sollte vor allem der Fokus auf die Pflege durch die Bauhöfe als Vorbild gerichtet werden. Die Bauhöfe spielen eine zentrale Rolle bei der praktischen Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen und können durch ihr Engagement in der Pflege öffentlicher Flächen als Modell für andere Gemeinden dienen.
Zu Beginn der Veranstaltung bedankte sich Martin Schmid, Geschäftsführer der Steinwald-Allianz, bei der Gemeinde Brand und Bürgermeister Bernhard Schindler für die Vorbereitung und die Gastfreundschaft. Die Gemeinde Brand zeichnet sich v. a. durch ihr Engagement in der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen aus. Die Ortsgruppe des Fichtelgebirgsvereins arbeitet aktiv mit der Kommune zusammen und gestaltet Flächen und Streuobstwiesen. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein Erfahrungspfad zum Thema Biodiversität realisiert.
Der Abend diente nicht der politischen Diskussion sondern sollte vielmehr einen fundierten Lagebericht zum Zustand der Biodiversität bieten. Daher wurde ein echter Fachmann gewonnen, um den Teilnehmern aktuelle Erkenntnisse und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Vorstellung der geplanten Maßnahmen war ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Abends, um den Teilnehmern einen Überblick darüber zu geben, welche Schritte in der Region noch unternommen werden können.
Als Referent konnte Herr Prof. Dr. Josef Settele gewonnen werden, ein führender Biologe und Biodiversitätsforscher. Er leitet die Abteilung Naturschutzforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle und ist Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit 2020 ist Herr Settele auch Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen, einem wissenschaftlichen Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung. Darüber hinaus ist er als Buchautor bekannt, unter anderem für das Werk „Die Tagfalter Deutschlands“, das als unverzichtbarer Begleiter für Naturfreunde gilt.
Herr Dr. Settele hielt einen Vortrag mit dem Titel „Biodiversität und Ökosystemleistungen - Entwicklungen und Lösungsmöglichkeiten von der globalen zur lokalen Ebene“. In seiner Ausführung erläuterte er die aktuellen Entwicklungen der Biodiversität weltweit und in Deutschland und stellte konkrete Lösungsmöglichkeiten vor, wie lokale Akteure zur Förderung der Biodiversität beitragen können. Dabei ging er besonders auf die Bedeutung der Ökosystemleistungen ein, die der Erhalt der Biodiversität für die Gesellschaft und die Umwelt mit sich bringt.
In der anschließenden Diskussion an das Referat von Herrn Settele stellten die Teilnehmer ihre Fragen und brachten ihre eigenen Erfahrungen und Ideen ein. Es wurde deutlich, dass die Region bereits auf einem guten Weg ist, aber noch viele weitere Schritte erforderlich sind, um die Biodiversität langfristig zu erhalten und zu fördern.
Im Anschluss stellte Eva Gibhardt für die Öko-Modellregion Steinwald die geplanten Maßnahmen vor. Diese beinhalten unter anderem die Pflege von Streuobstwiesen, die Gestaltung naturnaher Flächen und die Förderung von Insektenlebensräumen. Der Fokus liegt dabei auf einer engen Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und den Bauhöfen.
Die Veranstaltung war ein erfolgreicher Schritt in der gemeinsamen Konzeptentwicklung für mehr Biodiversität in der Region. Durch die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, Fachleuten und lokalen Initiativen konnte ein wertvoller Austausch stattfinden, der die Grundlage für zukünftige Maßnahmen bildet. Die Gemeinde Brand setzt bereits wichtige Akzente im Bereich Biodiversität und dient anderen als Vorbild. Die Pflege durch die Bauhöfe wird weiterhin eine zentrale Rolle spielen, um nachhaltige und praxisorientierte Lösungen umzusetzen. Die Teilnehmer gingen mit neuen Impulsen und Ideen für die kommende Arbeit nach Hause und sind motiviert, die Biodiversität in der Region aktiv zu fördern.

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