Zum Inhalt springen

Christian und Heidi Rester

Unabhängig auf dem Hof, vernetzt in der Region

Eine Frau und ein Mann sitzen auf einer Bank von einer Hauswand. Der Mann hat seine linke Hand auf den Kopf eines Hundes gelegt.
Heidi und Christian Rester
© Daniel Delang

Eine Lücke für Bio-Kollegen füllen

Als die Resters 2015 die Milchviehhaltung aufgaben, gestalteten sie ihren Betrieb neu. Hauptberuflich arbeitet Christian im Futtermittelvertrieb und kennt die betrieblichen Abläufe sowie die Platzprobleme vieler Höfe in der Region aus erster Hand. Daraus entstand ein passgenaues Konzept: Er übernimmt für Partnerbetriebe aus dem Ökolandbau die Kalbinnenaufzucht. Sobald die Jungtiere mit etwa vier bis sechs Monaten abgesetzt sind, kommen sie auf die Weiden nach Arling und kehren tragend an die Ursprungshöfe zurück. Das entlastet Betriebe mit Flächenengpässen und nutzt die eigenen Wiesen optimal.

Marmoriertes Fleisch und bürokratische Hürden

Tiere aus der eigenen Mutterkuhherde sowie Färsen, die nicht tragen, werden in einem EU-zertifizierten Schlachthaus am Hof geschlachtet und verarbeitet. Nach rund 30 Monaten auf dem Hof liefert das Fleisch der Färsen – das sind die weiblichen Tiere - durch seine feine Marmorierung eine hohe Qualität. Der Verkauf läuft unkompliziert und direkt: an die regionale Gastronomie wie die Bärenwirtin, über eine eigene WhatsApp-Gruppe an Stammkunden oder in Zusammenarbeit mit Bio-Kollegen wie dem Hof Brunner. Dass kleine Betriebe bei Auflagen und Bürokratie dabei oft genauso behandelt werden wie industrielle Großschlachthöfe, ist für Christian die wohl größte Herausforderung im Arbeitsalltag.

Moderne Technik und der Blick nach vorn

Ihre Eigenständigkeit verbinden die Resters ganz selbstverständlich mit zeitgemäßer Technik: Über eine Weidezaun-App mit Amperemessung sieht Christian sofort auf dem Smartphone, falls ein Zaun kontrolliert werden muss. Pragmatismus, Gelassenheit und die Haltung „Leben und leben lassen“ prägen den Betrieb. Auch die Zukunft ist gesichert: Der 20-jährige Sohn Philipp hat großes Interesse, den Hof später zu übernehmen. So bleibt die Hofstelle in Arling auch für die nächste Generation das, was sie ist: autark organisiert und fest in der Region verwurzelt.

Vorheriger Mensch Nächster Mensch