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Familie Rester

Qualitätsbewusstsein ohne Ideologie

Zwei Frauen stehen unter einem Baum.
Rosi und Anja Rester
© Daniel Delang

Der Roboter und der menschliche Blick

Im Stall unterstützt mittlerweile ein Melkroboter die Arbeit. Damit die Technik mit den Tieren harmoniert, kreuzte Sepp Brown-Swiss-Rinder ein – so stehen die Kühe etwas höher und die Euter passen besser zum System. Trotzdem verlässt er sich keineswegs blind auf die Technik. „Maschine ist Maschine“, betont er ganz gelassen: Ein Roboter kann den geschulten Blick des Menschen für das Wohlbefinden der Tiere nicht ersetzen. Auch auf Wetterkapriolen im Landkreis Amberg-Sulzbach stellt sich Sepp pragmatisch ein: Um Trockenphasen zu trotzen, setzt er als Futterpflanze vor allem auf tief wurzelnde Luzerne. Die Luzerne steht trotz der Trockenheit grün und saftig am Feld.

Stelzenhaus und Himbeeren als Habichtschutz

Überall auf dem Hof zeigt sich das handwerkliche Geschick und die Liebe zum Detail. Aus alten Ziegelsteinen eines Umbaus mauerten die Jungen einen eigenen Holzbackofen für Brot und Pizza. Sohn Christoph baute als Zimmerer einen kleinen Schweinestall auf Stelzen für zwei Weideschweine, unter dem sich die Tiere eine kühle Schlammsuhle gegraben haben. Bei den 25 Legehennen fanden die Resters ebenfalls eine clevere Lösung: Um die Hühner vor dem Habicht zu schützen, pflanzten sie Himbeersträucher. Das dicht gewachsene Grün bietet Schutz von oben, liefert gleichzeitig Beeren zum Ernten und der Boden wird direkt von den Hühnern gedüngt.

Vom Schnittkäse bis zum Radieschenblattpesto

Die Erzeugnisse des Hofes sind ebenso vielfältig wie der Betrieb. Rosi, Anja und ihre Mutter verarbeiten die Ernte mit großem Einfallsreichtum. Über die regionale Grenzlandkäserei lassen sie die eigene Milch zu Schnittkäse verarbeiten; im Verarbeitungsraum auf dem Hof entstehen körniger Frischkäse und eingelegte Käsespezialitäten. Rosi stellt Sirupe und seltene Liköre her – etwa aus roten Johannisbeeren –, während Anja und ihre Mutter aus dem eigenen Garten Spezialitäten wie Radieschenblattpesto oder Suppenwürze zaubern. Überschüssiges Obst geht an eine Destille im benachbarten Haselbach.

Ein Hofladen für die ganze Region

Im eigenen Hofladen ergänzen die Resters ihr Sortiment aus Ochsenfleisch, Wurst und Käse mit ausgewählten Produkten von Bio-Kollegen aus der Umgebung. Das Angebot reicht von regionalem Haselnussmüsli bis hin zu Kräutertees. Für Kundschaft aus Amberg, Sulzbach-Rosenberg oder Schwandorf wird der Hof mehr und mehr ein fester Anlaufpunkt. Ein jährliches Highlight ist der Hofmarkt im September, den die jüngere Generation über Social Media und WhatsApp bewirbt. Hier zeigt sich der Kern des Betriebs: Handwerkliche Erzeugung und gutes Essen – mit hohem Anspruch an Qualität und einen Sinn für Geselligkeit und persönlichen Kontakt mit der Kundschaft.

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