Biohof Friedrich

Hopfen und Kirschen

Herausforderungen im Öko-Landbau sind zahlreich und zum Teil sehr speziell – aber besonders schwierig wird es, wenn man sich nicht auf Gemüse und Feldfrüchte konzentriert, sondern Erzeugnisse in Monokulturanlagen anbaut – wie etwa beim Wein und beim Hopfen. Denn da sind die sonst üblichen Fruchtfolgen, mit denen sich der Boden regenerieren kann und die Erträge sichert, nicht möglich. Dafür machen sich Pilze, Bakterien und Schädlinge breit, die nur durch konsequente Bekämpfung in Schach gehalten werden können. Im konventionellen Bereich erfolgt das mit den üblichen Spritzmitteln, im Öko-Landbau hat sich Kupfer als hochwirksames natürliches Pflanzenschutzmittel bewährt. Es steht allerdings auch zunehmend in der Kritik, da es sich im Boden anreichert und nicht abgebaut werden kann und daher auch das Bodenleben beeinflusst.

Franz Friedrich hat es dennoch gewagt und vor mehr als 30 Jahren seinen großen Betrieb auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Allein auf 24 Hektar baut er Hopfen an. Diese Entscheidung war mit einem ziemlichen Risiko verbunden, wie er erzählt. Nachgedacht über seine bisherige Produktionsweise hatte der kritische Naturbeobachter und Denker Franz Friedrich zwar schon immer: „Irgendwo muss das Zeug ja hin, das ich da ausbringe, es kann sich ja nicht in Luft auflösen!“ wettert er. Es lässt ihn nicht mehr in Ruhe. Zusammen mit zwei Kollegen, die es ebenfalls mit dem Öko-Hopfen probieren wollen, besucht er einen Vortrag von Professor Gerhardt Preuschen, einer Koryphäe des ökologischen Weinbaus. Das brachte die Umkehr. Zu einem Infoabend, bei dem es um die Umstellung ging, hat er den Spritzmittelvertreter gleich mitgenommen, wie er schmunzelnd berichtet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, den Boden mittels Zwischensaaten wiederaufzubauen, ist er heute ein "Überzeugungstäter".
Ebenso entscheidend für seinen Erfolg war die Begegnung mit Franz Ehrnsperger, dem Inhaber der Neumarkter Lammsbräu, der händeringend auf der Suche nach Bio-Hopfen war. Bis heute bestehen gute Geschäftsbeziehungen.

Der frisch geerntete Hopfen wird direkt am Hof getrocknet, dabei entsteht Kondensat in großen Mengen – als Wasser aus den Hopfendolden. Einige schwören auf die heilsame Wirkung für Hautkrankheiten. Doch so sicher ist er da nicht. Aber immerhin ist die Energieersparnis durch die Methode konkret. Denn, am Ende des Tages muss es sich auch rechnen. Beim Ackerbau und beim Hopfen hat er das mittlerweile erreicht.
Auf weiteren Flächen des großen Betriebs gedeihen Kirschen, Äpfel, Mirabellen, Birnen und Zwetschgen. Damit hatte sich seine Frau einen eigenen Erwerbszweig geschaffen, doch der ist zunehmend bedroht. Denn der Obstbau ist ein unsicheres Geschäft geworden, einerseits durch den Klimawandel und die dadurch häufigeren späten Fröste, andererseits durch die Invasion fremder Arten wie der japanischen Essigfliege, die es besonders auf die Kirschbäume abgesehen hat. Auch die ausländische Konkurrenz macht Probleme, denn sie kann durch das dort herrschende niedrigere Lohnniveau billiger produzieren. An die Stelle der einstigen Begeisterung ist bei Frau Friedrich eine Ernüchterung getreten. Aber mutlos ist sie deshalb nicht geworden. Dann wird der Obstanbau eben zum Selbstversorgergarten – eben klein, aber nach wie vor fein. So handelt auch sie nach der Devise, von Marcel Proust, die sich auch ihr Mann zu eigen gemacht hat: "Versuche stets, ein Stückchen Himmel über deinem Leben freizuhalten".

Kontakt:
Franz Friedrich
Lilling 10
91322 Gräfenberg

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Region: Fränkische Schweiz