Bräustüberl Schönbrunn

Regional mit Stil und 2 Meter Anstand bitte

Wirtin Marion mit Tochter Hannah
© Daniel Delang

Marion Meyerhöfer ist, was man eine Vollblut-Unternehmerin nennen könnte. Aber das trifft es nur halb. Die Mutter von vier Kindern war schon immer aktiv und sprüht nicht nur vor Ideen. Auch der Umgang mit Menschen liegt ihr im Blut. So landet sie immer wieder in der Gastronomie, denn sie liebt es einfach, eine gesellige Atmosphäre zu schaffen und Gäste zu umsorgen.
Vor 15 Jahren wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit – sie übernimmt die „Ewige Baustelle“, eine Kulturkneipe und einen traditionellen Treffpunkt der Stadt, in einem uralten Haus in Wunsiedel. Damals nehmen nur 20 Prozent der Gäste das Speisenangebot an, die meisten kommen nur vorbei, um in Gesellschaft das eine oder andere Glas zu trinken. Und heute? Da sind es 95 Prozent der Gäste, die auch ihre Küche zu schätzen wissen.
Wie das kam? „Als ich den Laden übernommen habe, habe ich mir gesagt: Ich gestalte die Karte so, dass ich darauf finde, was ich selber gerne essen würde.“ Marion bereitet deshalb auch viele Gemüsegerichte und Salate, pfiffige vegetarische Gerichte zu. Die kleine, überschaubare Karte wechselt häufig und alles wird saisonal und frisch gekocht.
Mit diesem Konzept hat sie Erfolg. Als dann das Bräustüberl in Schönbrunn zu haben ist, übernimmt sie das Haus ohne zu zögern. Möglich macht dies auch Tochter Hannah. Sie ist ausgebildete Hotelfachfrau, hat im „Das Tegernsee“ einem renommierten Fünf-Sterne-Haus am Tegernsee gelernt, wo sie es zum „Azubi des Jahres“ schaffte und sich so den Grundstein dafür legte, ein Gasthaus professionell zu betreiben. Auch im Bräustüberl gibt es eine kleine, ansprechende Karte, ästhetisch arrangierte Gerichte, frische Zutaten. Es läuft.
Bei den Zutaten legt Marion Wert auf regionalen Erzeuger, die sie nach Möglichkeit unterstützt. Gerne würde sie auch auf mehr Bioprodukte zurückgreifen, sobald garantiert ist, dass die Mengen, die sie braucht, zuverlässig geliefert werden können.
Für die Ausstattung, für Stil und Sauberkeit – vor allem der sehr geschmackvoll eingerichteten Zimmer – ist seit der Eröffnung Sjoukje, eine holländische Freundin, zuständig. Sie trägt mit ihrem großen Stilgefühl auf ihre eigene Art zum Erfolg bei.
Überhaupt helfen alle mit, wenn es nötig ist: die vier Kinder und deren Freunde, der Ehemann, die Oma backt Kuchen. Und so ist der Erfolg kein Zufall. Mit der Coronakrise geht die Familie Meyerhöfer vorbildlich konstruktiv um. Mitte März 2020 setzt man sich zusammen, um zu beraten, wie es weitergehen soll, und alle sind sich da schon sicher, dass die Krise nicht in 14 Tagen vorbei sein wird. Sie beschließen, ab sofort Gerichte „to go“ anzubieten und auch nach Hause zu liefern. Und das Konzept geht auf: Die Gäste bestellen und der Umsatz kann zumindest die Kosten tragen, nur zwei Mitarbeiter müssen in Kurzarbeit, die anderen können weiterbeschäftigt werden.
Auch am ersten Tag nach dem „Corona-Lockdown“, an dem der Biergarten wieder geöffnet werden kann, ist dieser gut besucht. Man hat das Bräustüberl nicht vergessen.
Nun steht das nächste Projekt an: Wieder sollen ein paar Zimmer und ein nettes Café in Wunsiedel eingerichtet werden – geschmackvoll ausgestattet und natürlich mit einem Frühstück, das Marion gerne selbst essen würde.

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Region: Siebenstern