Familie Dankesreiter

Walter Dankesreiter im Kuhstall

Walter Dankesreiter
© Daniel Delang

Sehr malerisch gelegen ist der Hof der Familie Dankesreiter. So heißen viele in der Region, auch der Kollege, der das Getreide aufbereitet. Walter ist für den Bayerischen Wald so etwas wie ein Bio-Pionier. Initiiert vom Bund Naturschutz und Hans Peter Wagner wurden damals viele Informationsveranstaltungen und anschließende Diskussionsabende zum Ökolandbau gehalten. Er war von Anfang an dabei. „Achtung vor der Natur und dem Tier hatte ich schon immer, das hat mit meinem Glauben zu tun. Auch überschaubare und kleine Kreisläufe standen mir schon immer näher als große, anonyme. Bio war für mich der logische Schritt“, meint Walter Dankesreiter.

Zusammen mit den Pionieren von damals ist auch die Wertschöpfungspartnerschaft Getreide entstanden. Etwa 20 Landwirte liefern, der Getreidehandel Dankesreiter bereitet die Ware auf und Hans Peter Wagner verbackt es in seiner Biobäckerei. Allen sind der Kontakt und die Kooperation in der Region wichtiger als ein kurzfristiger Gewinn. „Das mit dem schnellen Gewinn ist so eine Sache. Ich glaube, man gewinnt über die Jahre gerechnet wenig, verliert aber die guten, vertrauensvollen Beziehungen, und die sind mir persönlich mehr wert als ein kurzfristiger Vorteil.“

Man glaubt es ihm sofort und spürt neben der Liebe zur Landwirtschaft immer die Verantwortung für die Heimat. „Ich setze mich für kleine Kreisläufe nicht nur am Hof und sondern auch in der Region ein.“ So engagiert sich Walter Dankesreiter in zahlreichen Gremien: Er unterstützt von Beginn an mit Rat und Tat die Öko-Modellregion, arbeitet in der Steuerungsgruppe mit, auch beim Gremium, das über die Förderung der Öko-Modellregion, den sogenannten Verfügungsrahmen wacht. Und sein Herzensanliegen ist das Engagement bei der AbL, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL) ist eine bäuerliche Interessenvertretung, die für eine nachhaltige, sozial- und umweltverträgliche Landwirtschaft eintritt. Dort haben sich sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern zusammengeschlossen. Sie möchten, unabhängig von ihrer derzeitigen Betriebsgröße und -organisation, den Weg in eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft nicht mitgehen. Mitglieder sind Landwirte und viele Menschen, die sich aus rein persönlichem Interesse als Verbraucher, Umwelt- oder Tierschützer oder als entwicklungspolitisch Engagierte für den Erhalt einer bäuerlichen Landwirtschaft einsetzen. All diese Netzwerke stärken langfristig die Region, eröffnen Chancen gemeinsamen Handelns. Ihre Anliegen finden auch Anklang bei vielen Verbrauchern.

Auf dieser Basis wird derzeit überlegt, endlich in der Region eine eigene kleine Molkerei aufzubauen – ähnlich der erfolgreichen Getreide-Wertschöpfungspartnerschaft. Das Netzwerk ist da. Was noch fehlt, ist der Unternehmer, der zusammen mit den Landwirten vor Ort diesen Schritt wagen möchte.

Region: Passauer Oberland