Neugierig probierten sie Oxymel („Sauerhonig“), „besuchten“ ein Bienenvolk, verkosteten verschiedene Honige und genossen Kaffee und Kuchen, Kaltgetränke und Bratwurstsemmeln. Auch Bienenwachskerzen gab es zu kaufen. Kinder konnten basteln, an einer Rallye teilnehmen und in einen Imker-Schutzanzug schlüpfen. Andreas Heidinger erklärte die Funktionsweise der von ihm erfundenen Bienenkugel. Dabei handelt es sich um eine runde Bienenbeute, welche die Wärme der Bienen besser speichert als rechteckige Beuten mit kälte- und feuchtigkeitsanfälligen Ecken. Und als wäre das Programm nicht schon abwechslungsreich genug gewesen, machte sich auch noch eine alte Bienenkönigin mit einem Teil ihres Volkes auf, um zu „schwärmen". Ingrid Minz und Andreas Heidinger zeigten eindrucksvoll, was in einer solchen Situation zu tun ist. Mit Ruhe und Behutsamkeit brachten sie das schwärmende Volk in ein neues Zuhause – einer von Andreas Heidinger zur Anschauung mitgebrachten Bienenkugel.
Bienen seien von unschätzbarem Wert für das Ökosystem, erklärte Bürgermeister Stephan Gawlik in einem Grußwort, „die Gemeinde Fürstenstein und die Öko-Modellregion Passauer Oberland sind mit Ingrid Minz und ihrer Erlebnisimkerei Austeja um eine Akteurin und eine Attraktion reicher.“ Im selben Atemzug dankte Stephan Gawlik Pia Auberger, der Managerin der Öko-Modellregion Passauer Oberland. Sie schaffe es, lokale Akteure zusammen zu bringen, die sich vorher nicht kannten und jetzt von ihrer Zusammenarbeit profitieren. „Ohne unsere Akteure ginge in der Öko-Modellregion nichts“, betonte Pia Auberger. Ingrid Minz wiederum bedankte sich bei ihren Helfern aus Familie und Freundeskreis und für den Zuschuss, den ihr die Öko-Modellregion für den Kauf von Imkerei-Ausstattung gewährte. Die ausgebildete Umweltwissenschaftlerin und Försterin zog vor zwei Jahren mit ihrer Familie nach Fürstenstein in die Hinterbergstraße 11 und begann sogleich, das große Grundstück mit Wald zu einem Erlebnisort für ökologische Landwirtschaft, Biodiversität und Bienenwissen zu machen. Gefördert von der Öko-Modellregion und der Abteilung Klimaschutz und Nachhaltigkeitsmanagement am Landratsamt führt Ingrid Minz an der Grundschule Fürstenstein mit den Klassen 3a und 3b das Projekt „Bienenerlebnistage im Jahresverlauf“ durch. Sie hat mit den Kindern bereits Erdbeerpflänzchen gesetzt. Als nächstes will die Bio-Imkerin eine Lücke, die der Borkenkäfer in den Wald gefressen hat, wieder aufforsten.
„Wenn`s den Bienen und Wildbienen gut geht, geht`s auch anderen Insekten gut, den Vögeln und Säugetieren, den Wild- und Nutzpflanzen und schließlich uns Menschen“, ist Ingrid Minz überzeugt. Bei der Eröffnungsfeier erklärte sie auch, warum sie für ihre Erlebnisimkerei den Namen Austeja wählte: „Austeja ist in der baltischen Mythologie die Göttin der Honigbienen, die auch für blühende Landschaften steht.“ Weitere Termine und kurze Videos findet man unter www.erlebnisimkerei-austeja.de