Nur ca. 10 Unkräuter wie Distel, Winde oder Windhalm ärgern den Landwirt wirklich mit Ertragseinbußen. Die Mehrzahl der Wildkräuter beeinträchtigt jedoch die Kulturpflanzen kaum, da es sich um konkurrenzschwache Arten handelt. Ackerwildkräuter sind als Blühpflanzen und Nahrungsquelle für viele Insekten und Vögel ein wichtiger Teil unserer Landschaft. Deshalb kann es gerade auf ertragsschwachen Standorten für Landwirte durchaus sinnvoll sein, wenig störende Wildkräuter auf dem Acker zu dulden und die Bewirtschaftung darauf anzupassen. Bei dem Feldrundgang wurde besprochen, wie sich Ackerwildkrautschutz mit einem wirtschaftlichen Ackerbaubetrieb vereinbaren lässt. Nützlich war der Austausch zu Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis.
Fördermöglichkeiten im Vertragsnaturschutz
Niklas Kunig, Biodiversitätsberater der Unteren Naturschutzbehörde erläuterte die einzelnen Fördermöglichkeiten. Dabei wurde deutlich, dass Vertragsabschlüsse nur noch bei Vorhandensein von wirklich wichtigen Wildkräutern möglich sind. Deshalb sollten interessierte Landwirte schon jetzt den Wildkrautbesatz auf Ihren Äckern bestimmen, wenn sie ab 2027 eine Förderung nutzen möchten. Vor allem Pflanzen der Roten Liste könnten förderwürdig sein. Bei der Bestimmung der Arten hilft im ersten Schritt die kostenlose App Flora Incognita. Bei der Beurteilung und Einschätzung der Förderwürdigkeit hilft neben der Unteren Naturschutzbehörde auch Heidi Lehmann als Mitarbeiterin der Biobauern Naturschutz Gesellschaft, die als Referentin den Feldrundgang begleitete. Ihre Kontaktdaten können erfragt werden bei Stefan Janssen von der Öko-Modellregion Obermain-Jura, Tel.: 09571-183470 oder stefan.janssen@landkreis-lichtenfels.de. Was auf den ersten Blick verrückt erscheinen mag, kann also aus einem anderen Blickwinkel Sinn ergeben. Durch Förderungen aus dem Vertragsnaturschutzprogramm können nicht nur Ackerwildkräuter sondern auch andere Naturschutzaspekte in der Landwirtschaft wirtschaftlich interessant sein. Solche Fördermöglichkeiten sind unabhängig von der Wirtschaftsweise für konventionelle oder ökologisch arbeitende Betriebe möglich.