Beweidungsprojekt erläutert
Lob gab es für die lockere Atmosphäre, die Gemütlichkeit für die Erwachsenen mit Streicheleinheiten bei den Ziegen „zum Anfassen“ für die Kinder kombinierte. Gut angekommen sind die Thüringer Waldziegen und Dorperschafe, photogen, nahbar und aktiv zugleich. Aber auch Informationen zu den Projekten waren durchaus nachgefragt. Bei einer Führung erläuterte Leonhard Anwander vom Landschaftspflegeverband (LPV) das Beweidungsprojekt vor Ort. Schafe und Ziegen fördern durch ihr selektives Fressverhalten die Artenvielfalt. Es entsteht Vegetation in unterschiedlicher Höhe aus Gräsern und Kräutern in der Weide, was wiederum den Heuschrecken und Schmetterlingen hilft. Beweidung schafft auf diese Weise Artenreichtum - auf solchen Flächen ist es bunt, die Heuschrecken zirpen laut und die Tagfalter tänzeln von Blüte zu Blüte. Der Landschaftspflegeverband Lichtenfels unterstützt und berät die Weidetierhalter mit artenreichen Flächen zum richtigen Weidezeitpunkt, erschließt Förderquellen und bleibt zuverlässiger Ansprechpartner. Mit entsprechend engagierten Weidetierhaltern im Landkreis ist Natur- und Landschaftspflege wirklich umsetzbar.
Tümpel für seltene Amphibien
LPV-Mitarbeiterin Carolin Lang-Gross erläuterte im Anschluss den interessierten Besuchern, warum der LPV die ehemaligen Fischteiche im Ziegengraben auf der Liste der pflegebedürftigen Biotope hat. Hier leben über Sommer seltene Amphibien, die diese Teiche zur Fortpflanzung nutzen. Im Winter benötigen sie aber nahegelegene Waldflächen, in den sie sich zur Überwinterung zurückziehen können. An anderen Stellen des Landkreises wie in Klosterlangheim wurden für den gleichen Zweck des Artenerhalts sogar Teiche in Feuchtwiesen angelegt, um den Amphibien im Frühjahr gefährliche Wege über Straßen zu ersparen. Als offensichtlicher Nebeneffekt kann man sich als Anwohner dafür über Storchenpaare freuen, die sich dank gut gedeckten Tisches in den Feuchtwiesen bei uns heimisch fühlen.
Leckerer Genuss direkt vom Hof
Wo man gemütlich zusammenkommt darf der Genuss nicht fehlen. Deshalb boten die beteiligten Biohöfe Isabell Kremer und Landschaftspflegehof Marcus Dötzer für das leibliche Wohl fruchtigen Kuchen und würzige Lamm-Bratwürste an. Die Produkte vom Hof Kremer werden viele schon aus dem Selbstbedienungsverkauf am Orteingang von Roth oder durch den auffälligen, neuen mobilen Hühnerstall auf der Wiese davor kennen. Die Räucherwürste vom Hof Dötzer soll es demnächst zu regelmäßigen Terminen direkt vom Hof geben. Die auf dem Fest angebotenen Lamm-Pfefferbeißer und Polnische fanden jedenfalls reißenden Absatz und waren am Ende des Tages ausverkauft. Ebenfalls gut nachgefragt war Apfelschorle mit Main-Jura Apfelsaft aus dem Streuobstprojekt der Öko-Modellregion. Der Saft, den es bereits in drei E-Centern im Landkreis gibt, wird in Kürze ergänzt durch die Apfelschorle „Evi“ – ebenfalls mit Saft aus dem Landkreisprojekt. So konnten die Besucher nicht nur bei der Führung etwas über Naturschutz erfahren, sondern mit dem Apfelsaft auch Naturschutz genießen, denn die über das Projekt geförderten Streuobstwiesen tragen neben dem vertrauten Landschaftsbild auch zu mehr Biodiversität auf den Wiesen bei.