Los ging es mit der Birnenmarmelade. Zuerst wurden die Birnen fleißig geschält und in kleine Stücke geschnitten. Anschließend kamen die Birnenstückchen mit etwas Zitronensaft und Gelierzucker 1:3 in den Topf und wurden auf dem Herd langsam erhitzt. Nachdem die Birnen weich waren, wurde alles gründlich püriert – und dann begann die eigentliche Geduldsprobe: Rühren, rühren und nochmals rühren!
Denn wer nicht aufpasst, dem brennt der süße Birnenbrei schneller an, als man „Pfannkuchen“ sagen kann. Also hieß es: aufmerksam bleiben und kräftig weiterrühren. Auch beim Abfüllen war Geduld gefragt. Wird die Marmelade zu früh in die Gläser gefüllt, hat sie noch nicht die richtige Konsistenz und geliert nicht ausreichend. Gemeinsam warteten die kleinen Köchinnen den richtigen Zeitpunkt ab. Dann war es endlich soweit: Die selbst gemachte Birnenmarmelade konnte in die Gläser gefüllt werden.
Doch damit war die Arbeit noch lange nicht getan. Als Nächstes waren die Äpfel dran. Die wurden geviertelt, vom Kerngehäuse befreit und in kleine Stücke geschnitten. Mit etwas Wasser kamen sie ebenfalls in einen Topf und durften bei geringer Hitze und geschlossenem Deckel langsam weich werden. Daraus sollte später leckeres Apfelmus entstehen.
Während die Äpfel gemütlich vor sich hin köchelten, ging es für die Kinder an die nächste Aufgabe: der Pfannkuchenteig musste her! Das Rezept war bewusst einfach gehalten – Mehl, Milch und Ei, mehr brauchte es nicht. Zum Abmessen genügte eine einfache Tasse. So konnten die Kinder selbstständig die Zutaten abmessen und zu einem glatten Teig verrühren.
Dann wurde es richtig spannend: Die Kinder durften ihre Pfannkuchen selbst in der Pfanne ausbacken. Eine Schöpfkelle sorgte dabei für die richtige „Trefferquote“, damit auch möglichst viel Teig in der Pfanne und möglichst wenig daneben landete. Und sobald die erste Seite schön goldbraun gebacken war, kam die große Kür: Wer wollte, durfte seinen Pfannkuchen in der Luft wenden.
Da flog so mancher Pfannkuchen durch die Luft – manche elegant und sicher, andere vielleicht mit einer kleinen Extrarunde. Aber genau das machte den Spaß aus. Mit jedem Versuch wurde die Wurftechnik sicherer und der Stolz auf den selbst gebackenen Pfannkuchen größer.
Während es in der Küche nach frisch gebackenen Pfannkuchen duftete, wurde auch das inzwischen weich gekochte Obst fertig. Die Äpfel wurden zu feinem Apfelmus verarbeitet und gemeinsam mit der selbst gemachten Birnenmarmelade zu den warmen Pfannkuchen serviert.
Am Ende hieß es: Tisch decken, Pfannkuchen genießen und stolz sein auf das, was die kleinen Köchinnen und Köche ganz selbstständig auf die Beine gestellt hatten. Ein Vormittag voller praktischer Erfahrungen, Teamwork, leckerer Ergebnisse – und natürlich einer ordentlichen Portion Pfannkuchenspaß.
Bewusst gewählt: regional, biologisch und nicht immer perfekt
Auch bei der Auswahl der Zutaten wurde ganz bewusst darauf geachtet, möglichst bio-regional einzukaufen. Das Mehl kam aus der Gailertsreuther Mühle, die Eier lieferte die Familie Wehning. Die Birnen und Äpfel stammten aus Streuobstbeständen von Naturgärten. Lediglich die Milch wurde von außerhalb bezogen – aber in Bio-Qualität.
Mit dem verwendeten Streuobst wollten Köchin Michaela und Projektmanagerin Antje gleichzeitig ein Thema aufgreifen, das im Alltag oft viel zu schnell vergessen wird: Lebensmittel müssen nicht perfekt aussehen, um gut zu sein.
Streuobst, das nicht mit Insektiziden behandelt wird, kann schon einmal einen kleinen Bewohner beherbergen oder einen braunen Fleck aufweisen – etwa weil die Frucht beim Herunterfallen vom Baum eine kleine Druckstelle bekommen hat. Das ist aber kein Zeichen für schlechte Qualität.
Ganz im Gegenteil: Ein kleiner Wurm kann uns sogar zeigen, dass dieser Apfel für ihn genauso lecker und natürlich war wie für uns. Und ein brauner Fleck? Der ist bei einem Apfel nicht viel anders als ein blauer Fleck bei uns Menschen. Er sieht vielleicht nicht perfekt aus, macht den Apfel aber nicht automatisch schlecht.
So wurde bei der „Pfannkuchenschlacht“ nicht nur gekocht und genascht. Die Kinder konnten ganz nebenbei erleben, dass natürliche Lebensmittel nicht aussehen müssen wie aus dem Bilderbuch, um wertvoll und lecker zu sein.
Und am Ende zählte ohnehin nur noch eines: Wie schmeckt es? Bei den frisch gebackenen Pfannkuchen mit selbst gemachtem Apfelmus und Birnenmarmelade fiel die Antwort eindeutig aus.