RealschülerInnen bringen Ihre Heimat zur Blüte

Blühflächen-Projekt am "Geschichts- und Verweilplatz 43,9"

Projekt: Ökologisch sinnvolle Nutzung von Flächen - Kommunen zeigen Engagement!

Umweltbeauftragter und Lehrer Martin Ziegler stellt den Schülerinnen und Schülern das Druschgut vor

Umweltbeauftragter und Lehrer Martin Ziegler stellt den Schülerinnen und Schülern das Druschgut vor
© ILE Passauer Oberland

In der Gemeinde Tittling hat sich aus der Zusammenarbeit der Öko-Modellregion Passauer Oberland, der Gemeindeverwaltung, der Realschule im Dreiburgenland und dem Tourismusverein Dreiburgenland e. V. das Vorhaben entwickelt, am „Geschichts- und Verweilplatz 43,9“ am Donau-Ilz-Radweg eine mehrjährige Blühfläche anzulegen. Martin Ziegler, Umweltbeauftragter der Realschule, Johann Krenn vom Tourismusverein, Bürgermeister Helmut Willmerdinger und Barbara Messerer, Projektmanagerin der Öko-Modellregion, traten dabei in intensiven Austausch.

Die Aktion konnte gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Realschule organisiert werden.
Für die Umsetzung der mehrjährigen Blühfläche wurde Druschgut des Landschaftspflegeverbandes Passau e.V. verwendet. Der Verband gewinnt Druschgut von artenreichen Wiesen im Landkreis, dass wiederum auf artenarmen Flächen ausgebracht werden kann. So wird gewährleistet, dass gebietsheimisches Pflanzenmaterial zum Einsatz kommt, was den Erhalt und den Schutz biologischer Vielfalt in der Region unterstützt.
Ziel der Öko-Modellregion Passauer Oberland und des Landschaftspflegeverbandes ist es, insektenfreundliche Lebensräume zu schaffen. Verschiedene Bienen- und Insektenarten erhalten dadurch Nahrungsangebote in Form von Nektar sowie Nistmöglichkeiten. Im Gegenzug bestäuben sie unsere Kultur- und Wildpflanzen, was für den Erhalt unserer Lebensgrundlage von großer Bedeutung ist. Für die Etablierung mehrjähriger Blühflächen ist es wichtig, langfristig einen mageren, nährstoffarmen Standort zu etablieren. Nährstoffreiche Standorte begünstigen in der Regel dominant auftretende Pflanzenarten wie z.B. die Ampfer, die wiederum andere Arten verdrängen und somit eine Artenvielfalt verhindern. Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz und Dünger, der Verzicht auf Mulchen, die Reduzierung der Schnitthäufigkeit, die Wahl eines insektenfreundlichen Mähers und das Abfahren des Mähguts können dabei helfen, unsere Landschaft wieder bunter zu gestalten. Wenn es gelungen ist, eine mehrjährige Blühfläche zu etablieren, bietet sie einen schönen Anblick in den Frühjahrs- und Sommermonaten.
In der Vergangenheit wurden in der Öko-Modellregion Passauer Oberland verschiedene Projekte wie die Erweiterung einer Birnbaumallee in Nammering, eine Heckenpflanzung in Ruderting oder Gemüsehochbeete an verschiedenen Orten in der Gemeinde Salzweg umgesetzt. Die Kommunen in der Öko-Modellregion Passauer Oberland und Akteure vor Ort zeigen dabei positive Beispiele auf, wie Aspekte des Natur- und Artenschutzes auf kommunalen und privaten Flächen aufgegriffen werden kann. Durch die Aktionen auf kommunalen Flächen konnten zudem Bürgerinnen und Bürger inspiriert werden, auf eigenen Flächen aktiv zu werden.
Die Realschule in Tittling ist in vielerlei Hinsicht im Umweltbereich aktiv. Neben der gemeinsamen Umsetzung der Blühfläche nimmt die Realschule am Bildungsprogramm „Gemüseackerdemie“ teil. Auf dem Schulgelände wurde dafür ein Gemüseacker angelegt, auf dem die Schülerinnen und Schüler das Vegetationsjahr von der Aussaat bis zu Ernte miterleben können. Unterstützt werden sie dabei von Lehrkräfte und von sogenannten Ackercoaches, die das Programm von Seiten der Gemüseackerdemie begleiten.
Mitarbeiter des Bauhofs standen bei der Umsetzung der mehrjährigen Blühfläche in Tittling tatkräftig zu Seite. Die Flächen wurden für die Ausbringung des Druschguts vorbereitet, zudem stellten der Bauhof und die Realschule Tittling notwendiges Werkzeug für die Aktion mit den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung.

Die PNP berichtet hier.

08.06.2021

Region: Passauer Oberland