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Klimaanpassung in der Landwirtschaft: Was können Landwirte in der Rhön in Zukunft anbauen

online Veranstaltung

Projekte: Bio erleben - Information und Bildung, Entwicklungsperspektive Ökolandbau
Lupinenfeld
Lupinenfeld
© Elke zu Münster, Brotbüro
Die Wirkungen des Klimawandels im Ackerbau sind vielfältig: Der Anbau altbewährter Kulturen gestaltet sich schwieriger, neue Unkräuter kommen hinzu und gleichzeitig erweitert sich das Anbauspektrum um Kulturen, die bisher aufgrund ihrer benötigten Temperatursumme nicht angebaut werden konnten. Werner Vogt-Kaute (Naturland-Beratung), der über ökologischen Ackerbau im Klimawandel sprach, kann auf umfangreiche Erfahrungen aus Anbauversuchen auf dem eigenen Betrieb und dem DemoNet Erbse Bohne zurückgreifen.
Ackerbohne und Erbse gehören in der Region eher zu den Verlierern des Klimawandels, Alternativen könnten langfristig Wintererbsen, Linsen, weiße Lupine und auf besseren Standorten Sojabohnen sein. Der Anbau von Kichererbsen sei noch riskant, da sie absolute Trockenheit zur Ernte benötigen. Platterbsen sind weltweit in Trockengebieten wichtige Körnerleguminosen. Hier fehlt es bisher noch an entsprechendem Marktpotenzial. Allgemein gilt, dass der Gemengeanbau von Körnerleguminosen und Stützfrüchten das Ertragsriskio mindert. Kleinkörnige Leguminosen, wie Esparsette, Horn- oder Gelbklee können im Feldfutterbau (im Kleegrasanbau) Ertragsausfälle ausgleichen und die Diversität bereichern.
Hirsen sind wärmeliebend und als C4-Pflanzen auch wassereffizienter. Doch Hirse ist nicht gleich Hirse. Der Anbau von Rispenhirse ist beispielsweise aufgrund der hohen Methioningehalte, für den Einsatz in der Geflügel- und Schweinefütterung interessant. Generell sei in der Schweine- und Geflügelfütterung mit der Einführung der neuen EU-Öko-Verordnung 2022 mit einer erhöhten Nachfrage an Bio-Eiweißfuttermitteln zu rechnen, so Vogt-Kaute.
Ölpflanzen lockern getreidelastige Fruchtfolgen auf. Neben der in der Region häufiger anzutreffenden Sonnenblume, verfügen Kulturen wie Mohn oder Hanf als Nischenkulturen über Potenzial. Für die Direktvermarktung geeignet seinen auch die alten Kulturen Lein und Saflor (Färberdistel). Pseudogetreide wie Quinoa und Buchweizen sind beispielsweise hinsichtlich Glutenunverträglichkeit für die menschliche Ernährung interessant.
Nicht jede Kultur ist für jeden Standort und Betrieb geeignet. Vogt-Kaute empfiehlt daher auszuprobieren, z.B. zuerst im eigenen Garten, um ein Gefühl für die Kultur zu bekommen.


Hier geht es zur digitalen Feldbegehung mit Werner Vogt-Kaute. Mit ihm sprechen Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, und Edgar Thomas vom Bayerischen Bauernverband Bad Kissingen über Anbauversuche von für Trockenheit geeigneten Arten.

Die Reihe ist eine Zusammenarbeit der bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, der Kreisgruppen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen des Bayerischen Bauernverbands, der Ökomodellregion Rhön-Grabfeld und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt (Saale).
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