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„Der Bauer und der Bobo“ – ein modernes Märchen, das auch Rhön-Grabfeld begeisterte

Gut besuchte Kinovorstellung und Diskussion in Bad Königshofen

Projekt: Bio erleben - Information und Bildung
Filmplakat
Die Öko-Modellregion lud ins Kino und zum Diskutieren ein
© Langbein& Partner/Öko-Modellregion Rhön-Grabfeld
Wer finanziert unsere Bauern? Wie geht es der bäuerlichen Gesellschaft? Und was bekommen Verbraucher davon überhaupt noch mit?
Der Film "Der Bauer und der Bobo" ein österreichischer Dokumentarfilm zwingt zum Hinsehen. Der Film erzählt die Geschichte, der aus einem Streit entstanden Freundschaft zwischen Christian Bachler, einem steierischen Bergbauern und Florian Klenk einem Wiener Chefredakteur. Beleuchtetet werden dabei Themen wie die Kluft zwischen Stadt und Land, Herausforderungen kleinbäuerlicher Landwirtschaft, die Agrarförderpolitik und Lebensmittelpreise.
Dass der Film viel Diskussionsstoff böte, befand auch Dr. Maike Hamacher, Projektmanagerin der Öko-Modellregion Rhön-Grabfeld. Die vergangenen Dienstag zu einem Filmabend mit anschließender Podiumsdiskussion ins Kino Bad Königshofen einlud. Der mit rund 150 Besuchern gut gefüllte Kinosaal bestätigte, dass der Film auch den Nerv der örtlichen Bevölkerung traf.
Miteinander reden
Zur anschließenden Diskussionsrunde waren -entsprechend den Protagonisten im Film - Julia Back, Redaktionsleitung der lokalen Mainpost, und Michael Derleth, Betriebsleiter des Naturlandhof Derleth, vertreten. Frau Back fühlte sich während des Films schon ertappt, da sie –wie auch Florian Klenk im Film – nicht viel Ahnung vom bäuerlichen Leben habe. Sie betonte allerdings, dass nach ihrem Empfinden die Medien für eine bessere Verständigung zwischen Stadt und Land und Verbrauchern und Erzeugern nicht versagt hätten. Vielmehr sei es ihre Aufgabe aktuelle Themen aufzugreifen, die die Menschen vor Ort beschäftigen. So bot sie am Ende des Abends an, dass jeder, der etwas machen möchte gerne auf sie zukommen können.Das althergebrachte Bild, der Landwirtschaft als Ernährer der ganzen Welt, gelte es aufzubrechen. Es gebe überall auf der Welt Bauern, die ihre Region ernähren könnten, so Michael Derleth. Und wir müssten auch nicht immer alles und zu jeder Jahreszeit haben. Im Winter gäbe es eben keine Gurken bei uns. Gleichzeitig ermutigte er jeden Landwirt auch Unternehmer zu sein und den eigenen Weg als Landwirt auch zu gehen. „Als Landwirt sollst du inzwischen alles sein: Bauer, Bäcker, Metzger und gleichzeitig sterben die kleineren Betriebe in diesen Bereichen ebenso aus“, dazu eine Stimme aus dem Publikum. Schwierigkeiten durch Bürokratie und strenge Fördervorgaben wurden von weiteren Redebeiträgen aufgegriffen. Eine Rednerin merkte an, dass das Verschwinden kleinbäuerlicher Betriebe kein neues Phänomen sei – sondern schon lange bekannt. Geändert habe sich allerdings nichts. Es blieb die Frage, was da falsch liefe in unserem System. Und die Frage nach Lösungsansätzen.
Alles in allem ein gelungener Abend, der mit einigem Witz, ernste Themen ansprach, zum Nachdenken anregte und Fragen aufwarf.
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