Aber was so leicht klingt, ist nicht mal eben verwirklicht. So gab es im Jahr 2023 genau in der Erntezeit so viel Regen in der Region, dass die gesamte Braugerstenernte qualitativ nicht für eine Vermälzung zu gebrauchen war. Die ganze bereits organisierte regionale Wertschöpfungskette blieb deshalb ungenutzt und die neue Bio-Biersorte musste verschoben werden. Wie in vielen handwerklichen Branchen kämpfen auch die Mälzereien und Brauerein mit Fachkräftemangel und der Weggang eines Braumeisters kann dann schnell Erweiterungspläne hinfälig machen. Eine neue Brauerei musste gefunden werden.
So war es großes Glück, dass im Jahr 2025 die Brüder Florian und Maximilian Engelhadt vom Ebensfelder Brauhaus überlegten, ob es wohl Nachfrage für ein Bio-Bier geben würde. Das für 2026 anstehende 600-jährige Jubiläum des örtlichen Marktrechts und die Idee der Gemeinde zum Angebot von handwerklichen Heimatprodukten zur 600-Jahr Feier gaben dann den letzten Anstoß: Die Öko-Modellregion konnte das bereits aufgebaute know-how und die regioanlen Bezugsquellen gleich nutzen und Kontakte zur kollegialen Beratung herstellen. Schnell war die Entscheidung für ein Bio-Festbier getroffen und mit Zuarbeit der Öko-Modellregion auch die Vorbereitungen zu neuen Verfahrensabläufen für die erste Bio-Kontrolle festgelegt.
So konnte im Frühjahr 2026 der erste Sud Bio-Bier angesetzt werden und bis zur ersten Festveranstaltung im Mai reifen. Die Bio-Braugerste kommt nun erst mal aus der Fränkischen Schweiz, vermälzt im Landkreis Fürth. Das neue Bio-Märzen vom Ebensfelder Brauhaus war dann auf dem Maimarkt tatsächlcih gut nachgefragt und am Ende ausverkauft! Natürlich gibt es die Sorte auch in Flaschen und der Supermarkt im benachbarten Bad Staffelstein hat die Sorte gleich als "Bier des Monats" angeboten.