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Streuobst im Miesbacher Oberland

Aufbau neuer Bio-Wertschöpfungsketten

Obstbaum auf Feld
Streuobstbaum in voller Blüte
© Ellmeier

Streuobst hat im Miesbacher Oberland großes Potenzial – sowohl für den Naturschutz als auch für die regionale Landwirtschaft. Auf vielen Höfen stehen noch einzelne alte Obstbäume, während andere Betriebe neue Streuobstgärten mit hochstämmigen Apfelbäumen anlegen – bewusst auch mit alten, regionaltypischen Sorten. Streuobstgärten sind wohl eines der ältesten Agroforstsysteme: Die Bäume spenden Schatten für die Kälbergärten und in Kombination mit der Bienenhaltung ist auch die Bestäubung garaniert mit Honig als weiterem Produkt, das auf der gleichen Fläche erzeugt wurde.

Damit das Obst langfristig sinnvoll genutzt werden kann, braucht es den Aufbau neuer regionaler Bio-Wertschöpfungsketten – von der Ernte über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung. Nur wenn sich die Bewirtschaftung auch wirtschaftlich lohnt, können Streuobstwiesen dauerhaft erhalten und neu angelegt werden. Der Handlungsbedarf ist groß: Während es 1965 in Bayern noch rund 20 Millionen Streuobstbäume gab, waren es 2021 nur noch etwa 6 Millionen. Jedes Jahr gehen rund 100.000 Bäume verloren. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde 2021 der Bayerische Streuobstpakt geschlossen. Gemeinsam mit acht Verbänden aus Landwirtschaft, Naturschutz, Gartenbau und der Fruchtsaftwirtschaft verfolgt die Bayerische Staatsregierung das Ziel, von 2022 bis 2035 eine Million zusätzliche Streuobstbäume zu pflanzen.

Hierfür stellt der Freistaat Bayern rund 600 Millionen Euro für Pflanzung und Pflege bereit. Ziel ist es, die Artenvielfalt zu fördern, die traditionelle Kulturlandschaft zu erhalten und regionale Obstsorten langfristig zu sichern. Gefördert wird der Kauf hochstämmiger Streuobstbäume mit bis zu 45 Euro je Baum. Antragsberechtigt sind Kommunen, Vereine und Verbände, die die geförderten Bäume anschließend kostenlos an Privatpersonen oder landwirtschaftliche Betriebe weitergeben können. Förderfähig sind unter anderem Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Pflaumen-, Walnuss- und Quittenbäume sowie verschiedene Wildobstarten.

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten finden hier Nahrung und Lebensraum. Ihr Erhalt ist deshalb nicht nur ein Beitrag zum Naturschutz, sondern auch zur regionalen Identität und zur nachhaltigen Entwicklung des Miesbacher Oberlandes. Mit dem Aufbau neuer Bio-Wertschöpfungsketten möchte die Öko-Modellregion dazu beitragen, dass Streuobst künftig wieder einen festen Platz in der Landwirtschaft und auf unseren Tellern findet.

Alle Interessierte können sich für das Streuobstforum der Regierung von Oberbayern am 27.7.2026 in Miesbach hier anmelden 

Bei den Downloads findet ihr erste Ideen, wie eine neue regionale Bio-Wertschöpfungskette für Streuobst aussehen könnte.

Hier noch weiterführende Infos:

Kontakt

Stephanie Stiller
Öko-Modellregionsmanagerin

Regionalentwicklung Oberland KU
Rathausplatz 2
83714 Miesbach

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