Bernhard Schreyer

Tatkräftig mit Weitblick

Bernhard Schreyer
© Daniel Delang

Die Domäne von Bernhard Schreyer ist auf Schloss Gut Obbach die Saatguterzeugung sowie der Anbau und die Aufbereitung von Schälsonnenblumen. Für die Fruchtfolge wichtig ist der Anbau von Leguminosen, wie Kichererbsen sowie Berg- und Tellerlinsen. Das betreiben mit dieser Konsequenz nur wenige. Aber es ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Bernhard Schreyers Arbeit, und er erfüllt damit auch eine Vorbildfunktion. Denn Hülsenfrüchte haben die Fähigkeit, durch Symbiose mit Knöllchenbakterien im Boden Stickstoff aus der Luft zu binden und die Pflanzen dadurch zu nähren. Im Gegensatz zu (im Ökolandbau verbotenem) Mineraldünger, wo Stickstoff und die weiteren Nährstoffe zum größten Teil von den Pflanzen gar nicht verwertet werden können und die Umwelt belasten, kommt der Stickstoff aus dem Leguminosenanbau den Pflanzen direkt zugute. Sein Wissen und seine Erfahrung gibt Bernhard Schreyer daher gerne an Kollegen weiter und motiviert sie, es ihm gleichzutun, wie über das BioRegio-Betriebsnetz.

Für die Aufbereitung von Druschfrüchten investierten die Eigentümer in ein Getreidelager mit einer speziellen Technik für Saatgut, Konsumgetreide, Leguminosen und Schälsonnenblumen. Der Aufbereitungsprozess unterscheidet sich zwar nicht grundlegend von dem für Konsumgetreide. Aber die Sortenreinheit und auch die Keimfähigkeit sind wichtige Kriterien. So werden noch ein oder zwei Feldbereinigungen per Hand durchgeführt, um unerwünschte Pflanzen zu entfernen – eine aufwendige Angelegenheit, die aber auch als bereichernd empfunden wird, denn schließlich kommen Bernhard Schreyer und und seine Mitarbeiter auf diese Art noch einmal in intensiven Kontakt mit Boden und Pflanzen.

Wenn der Bestand den strengen Anforderungen des unabhängigen Kontrolleurs entspricht, kann die Ernte beginnen, wobei Bernhard Schreyer und seine Mitarbeiter streng darauf achten, dass alle Gerätschaften vom Mähdrescher bis zur Getreideanlage so sauber sind, dass es zu keinen Vermischungen mit anderen Arten und Sorten kommt.
Eine weitere Besonderheit ist der Anbau von Sonnenblumen, nicht nur als Vogelfutter, sondern auch für Sonnenblumenöl oder Schälsonnenblumen, die von der Firma Zwergenwiese für ihre vegetarischen Brotaufstriche verwendet werden.

Nicht unerwähnt darf schließlich der Kartoffelanbau bleiben. Bereits ab Mitte Juni werden die ersten Frühkartoffeln geerntet, die die Zeit bis zur Haupternte der späteren Kartoffelsorten ab Mitte September überbrücken. Die im Herbst geernteten Knollen sind im Gegensatz zu den Frühkartoffeln dann bis zum nächsten Frühjahr haltbar und können – wie alle anderen Produkte des Gutes – im Hofladen erworben werden.
Gerne geben Bernhard Schreyer und seine Frau Petra Sandjohann ihre Kenntnisse an Kollegen weiter, aber auch interessierte Kunden können im Laufe des Jahres vorbeischauen und sich von der Arbeitsweise überzeugen. Als Demonstrationsbetrieb für den ökologischen Landbau leistet das Paar auf Schloss Gut Obbach so einen wertvollen Beitrag zur weiteren Entwicklung des Ortes und der Region.

Dass sich ihre Arbeit lohnt zeigt die Auszeichnung 2020 beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau, weitere Infos hier bzw. der Kurzfilm…
Internetauftritt Schloss Gut Obbach: www.gut-obbach.de

Region: Oberes Werntal