Christina und Andreas Kunz

Bio und Erlebnis

Christina und Andreas Kunz
© Daniel Delang

Schon bevor Christina Kunz den elterlichen Hof übernahm war klar, dass mit der Übernahme ein neuer Stall gebaut werden muss. Ein Stall, das ist eine große Investition und damit auch eine große Verantwortung. Man legt sich auf viele Jahre fest und die Beratung geht immer in eine Richtung: Groß muss er sein, der Stall, und möglichst viele Tiere fassen, damit es sich auch finanziell lohnt.
Es kostet schon etwas Mut und braucht eine gewisse Portion Eigensinn, sich dem Mainstream zu widersetzen. Ihr Mann Andreas ist Diplom-Biologe, ihm liegt an einer möglichst natürlichen Bewirtschaftung. Schnell sind sich die beiden einig: Mit dem neuen Stall kommt die Umstellung auf biologische Landwirtschaft.
Und: Der neue Stall soll für 30 Kühe plus Nachzucht gebaut werden. Denn diese Zahl kann von der eigenen landwirtschaftlichen Nutzfläche gefüttert werden. Denn die Fläche ist knapp und die Pachtpreise steigen ständig. Ich wollte mich in keine zu große Abhängigkeit bringen“, so die Landwirtin selbstbewusst. Der niedrige Tierbesatz im Stall wurde mit besonderem Tierwohl begründet. Die Tiere sind auch alle behornt: Sie haben genug Platz – quasi ein Fünf-Sterne-Hotel – immer Futter und Weidegang. Das sind die Grundvoraussetzungen, um stressfrei mit behornten Tieren umgehen zu können.
Nach 11 Jahren Ökolandbau haben sie viele gute Erfahrungen gemacht: Durch die Fruchtfolge mit 50% Kleegras für die Kühe sind die Böden so fruchtbar wie vor der Umstellung – auch ohne Kunstdünger und Pestizideinsatz. Und von der Milch der 30 Bio-Kühe lässt es sich leben, weil der Preis stabil ist und kein Futter zugekauft werden muss, solange es genug regnet.
Und den Tieren geht es wirklich gut: Selbst wenn alle im Stall sind, wirkt er nicht voll. „Was viele Verbraucher nicht wissen, sobald es sommerlich wird und es uns nach draußen zieht, wollen die Kühe rein. Im Schatten des Stalls käuen sie dann wieder und lassen sich frisches Kleegras servieren“, so Andreas.
Um den Verbrauchern und Bürgern von morgen Einblick in den Ökolandbau und das Arbeiten mit den Tieren zu vermitteln, nehmen Christina und Andreas am Programm „Erlebnis Bauernhof“ des bayerischen Landwirtschaftsministeriums teil und empfangen regelmäßig Schulklassen. Damit auch die Kleinen erleben, wie Landwirtschaft funktionieren kann: ökologisch und dem Wohl der Tiere verpflichtet. So sorgt man auch für eine gute Zukunft vor: mit wertvoller Bildung, praxisnah vermittelt.

Region: Stiftland