Junglandwirt Remmelberger

Grasbasierte Fütterung

Andreas Remmelberger junior
© Amira Zaghdoudi

Engagement der nächsten Generation in der Öko-Modellregion

Eine traumhafte Lage hat der 840 Jahre alte Hof der Familie Remmelberger in Burgkirchen: ein Einzelgehöft, mitten auf einer Anhöhe, umgeben von Feldern. Der Vater, Andreas Remmelberger Senior, war einer der ersten Landwirte in Bayern, die den Betrieb auf Ökolandbau umgestellt haben, und durch seine Lage zwischen beiden Regionen – ein Teil der Ackerflächen liegt im Raum Tittmoning - Vordenker sowohl in der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel als auch in der neuen Altöttinger Ökomodellregion Inn-Salzach. Milchkühe und Getreide prägen den Hof, den Andreas Junior seit 2018 weiterführt. Die Tradition wird Bestand haben: Vater und Sohn haben die Stallungen durch einen Offenstall erweitert und damit den Hof fit für die Zukunft gemacht. Dabei besinnt sich die Familie häufig auf Althergebrachtes: Der Betrieb etwa füttert seit langem fast ausschließlich Heu, Grumet und Gras an seine Kühe, Kraftfutter ist hier beinahe ein Fremdwort.

Andreas Remmelberger Junior ist es ein Anliegen, die Vorteile dieser Fütterungsmethode ganzheitlich zu betrachten, ihre Machbarkeit zu dokumentieren und dieses Wissen weiterzugeben. Diese natürliche Fütterungsmethode wirkt sich positiv auf die Tier- und Kälbergesundheit aus. Sie garantiert, dass Kühe als Grasverwerter Lebensmittel mit hohen Omega-3-Gehalt liefern, ohne Nahrungsmittelkonkurrent zum Menschen zu werden. Frei nach dem Leitsatz: Acker für Nahrung und Weide für Tiere! Betriebe sparen bei dieser Form der Fütterung, wenn es richtig gemacht wird, auch Geld und arbeiten wirtschaftlicher als mit Kraftfuttereinsatz. Nebenbei ist diese Form der Fütterung sehr klimafreundlich, denn die extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden bauen Humus auf und speichern CO2.

Die Getreidevermarktung des Betriebs soll möglichst regional stattfinden, findet Andreas Junior. Deshalb beteiligt sich der Betrieb Remmelberger an der Kooperation mit der Brauerei Stein und sät Bio-Braugerste für sie aus. Ackerwildkräuter haben sich seit langem auf den Ackerflächen angesiedelt. Sie schmälern den Ertrag nicht und gehören einfach zum Betrieb dazu. Seit 2020 werden zusätzlich „Lerchenfenster“ im Biobraugerstenfeld offengehalten, um die Brutchancen für den seltenen Wiesenbrüter zu erhöhen. Andreas ist stolz auf die Kombination aus ökologischer Erzeugung und Förderung der Biodiversität auf seinen Bio-Braugerstenflächen. Dass hier vieles blüht, merkt man auch an der schnellen Belegung des Barnhouse-„Wildbienenhotels“.

Auch den Willen zum Engagement hat Andreas Remmelberger Junior von seinem Vater mitbekommen. Er engagiert sich als Vorstand der Barnhouse-Erzeugergemeinschaft für faire Preise für die Bauern, und für das Fortbestehen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in der Region. Ein engagierter junger Landwirt, der das Gute aus der Vergangenheit nutzt, um die Herausforderungen der heutigen Zeit zu meistern.

Region: Waginger See - Rupertiwinkel