Konrad und Hildegard Gernt

Bio-Gallowayfleisch: Von der Geburt bis zur Schlachtung alles aus einer Hand

Galloway Gernt
© Daniel Delang

Die Natur ist selbst der Lehrmeister, wenn wir sie wertschätzen, dann hat man vielleicht nicht den maximal möglichen Ertrag, aber auch deutlich geringere Kosten. Man lebt zufriedener im Einklang und tiefen Respekt vor der Natur und den Tieren. Ich fühle mich zutiefst mit der Natur verbunden und das erfüllt mich innerlich. Es gibt mir Zuversicht und Frieden und die Kraft mich für diese Partnerschaft mit der Natur einzusetzen, trotz aller Widrigkeiten", meint Konrad.

White Galloways Zuchtbetrieb – vom Voll- zum Nebenerwerb und zurück …

Eigentlich ist Konrad Gernt gelernter Metzgermeister, arbeitete bei Walmart und hatte zusammen mit dem Milchviehhof im Nebenerwerb ein gutes Auskommen. Aber als die Arbeitsbelastung zu groß wurde, kamen Konrad und seine Frau Hildegard auf die Idee, auf Fleischerzeugung und eine Mutterkuhherde umzustellen. Das tägliche Melken entfiel, die Kälber wurden bei den Müttern großgezogen – kurz: Die Arbeitsersparnis war enorm. Auf der Suche nach einer geeigneten Rinderrasse für die Fleischerzeugung stießen die Gernts auf die weißen Galloways, eine seltene Rasse, aber mit guten Eigenschaften. Konrad ging derweil weiter seinem Beruf nach, Hildegard übernahm die Fleischvermarktung.

Während der Umstellung gewinnt das Ehepaar Gernt ein völlig neues Verständnis von Landwirtschaft und so wird bald klar: Bio ist die Zukunft. „Wir greifen viel zu viel in die Natur ein. Die Natur ist selbst der Lehrmeister, wenn wir sie wertschätzen, dann hat man vielleicht nicht den maximal möglichen Ertrag, aber auch deutlich geringere Kosten. Man lebt zufriedener im Einklang und tiefen Respekt vor der Natur und den Tieren. Ich fühle mich zutiefst mit der Natur verbunden und das erfüllt mich innerlich. Es gibt mir Zuversicht und Frieden und die Kraft mich für diese Partnerschaft mit der Natur einzusetzen, trotz aller Widrigkeiten", meint Konrad.

2006 schließt Walmart seine Märkte in Deutschland – und Konrad steht ohne Job da. Doch weil die Direktvermarktung zu dieser Zeit schon gut angelaufen ist, entscheiden die Gernts, den alten Kuhstall als Metzgerei und Hofladen auszubauen und wieder in den Vollerwerb einzusteigen. Geschlachtet und auch verarbeitet wird am Hof. "Mei, die ersten Versuche mit der Wurst – da mussten wir schon viel Lehrgeld zahlen", gesteht Hildegard. Aber bald schon stimmt das Sortiment, und die Kunden schätzen die Produkte reinem Rindfleisch und kommen von weit her.“ Anfangs standen die Leute zu allen möglichen Zeiten vor der Tür, aber auch wenn es mir schwergefallen ist, hab ich nur zu den offiziellen Öffnungszeiten verkauft. Inzwischen haben sich aber alle dran gewöhnt", erzählt Hildegard lachend. Und die Kunden wissen jetzt auch, dass sich das Paar drei Wochen Urlaub im Sommer gönnt.

Heute ist der Betrieb eine runde Sache und das Ehepaar Gernt hochzufrieden, auch dank der Konsequenz, mit der es sich seine Freiräume geschaffen hat, um die Freude an der Arbeit nicht zu verlieren.

Region: Inn-Salzach