Petra Sandjohann

Mutiger Einstieg in den Aprikosenananbau

Petra Sandjohann
© Daniel Delang

Am Rand des fränkischen Weinlands, nahe Schweinfurt, liegt das beeindruckende Schloss Gut Obbach, das im Besitz einer ortsansässigen Familie ist. Imposant ist es schon seiner bloßen Größe wegen, aber auch die Bedeutung für die Bio-Landwirtschaft in dieser Region ist nicht zu unterschätzen. Geleitet werden die Geschicke des Gutes seit über zwei Jahrzehnten von dem Betriebsleiterehepaar Petra Sandjohann und Bernhard Schreyer. Beide sind "Überzeugungstäter", die gleich nach der Übernahme der Gutsleitung, auch auf besonderen Wunsch der Eigentümer, auf ökologischen Landbau umstellten.

Ausgedehnte traditionelle Streuobstwiesen prägen das Gut – und mit deren Pflege und Ergänzung hat Petra Sandjohann ihre Lebensaufgabe gefunden, der sie sich von ganzem Herzen widmet. Wie anders ist es zu erklären, dass sie allein 15 verschiedene Aprikosensorten kultiviert – eine Frucht, die nicht nur delikat im Geschmack, sondern auch schwierig im Anbau ist, weil Frühjahrsfröste häufig die Blüte gefährden. Aber der Biss in eine vollreife Frucht mit dem unvergleichlichen Geschmack entschädigt für alle Mühen. Das schmackhafte Ergebnis gibt's natürlich am ehesten vor Ort – einen Transport über weite Wege vertragen die Früchte schlecht.

Die Sortenvielfalt der Streuobstwiesen ist schier überwältigend. Dabei setzt die engagierte Obstbäuerin vor allem auf alte und an den Standort angepasste Obstsorten: neben dem "Roten Himbeerapfel" etwa auf die traditionelle Birnensorte "Gute Luise" oder auch die bewährte Fränkische Hauszwetschge.

Auf einem Hektar erzeugt Petra Sandjohann Tafelobst, der Großteil des Streuobstes aber, vor allem der Birnen und Äpfel, wird zu hocharomatischen naturtrüben Säften verarbeitet. Erwerben können Kunden die Früchte und die Säfte im hofeigenen Laden. Die Qualität ist längst im weiten Umland ein Begriff, und so scheuen Kunden auch weitere Wege nicht.

Im Hofladen, dem zweiten Arbeitsschwerpunkt von Petra Sandjohann, finden sich noch weitere Erzeugnisse des Hofs, etwa Dinkel- und Weizenmehl, Berg- und Tellerlinsen sowie Sonnenblumenkerne und Sonnenblumenöl. Mit viel Geduld und Liebe hat sich die Betriebsleiterin auch dieser Aufgabe gewidmet. Dass sich die Arbeit gelohnt hat, zeigt auch die Auszeichnung 2020 beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau.
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Internetauftritt Schloss Gut Obbach: www.gut-obbach.de

Region: Oberes Werntal