Mit einer gewissen Ehrfurcht betrachteten die Besucher den großen Misthaufen. Wenn man sich die Menge eines einzelnen Hühnerhäufchens vorstellte, wurde einem klar, dass selbst die 12.000 Legehennen des Betriebes eine Weile beschäftigt waren, diesen Haufen zu erzeugen. Mancher scheute auch vor der Geruchsprobe nicht zurück, wegen der kühlen Jahreszeit und der schon leicht einsetzenden Kompostierung war der Geruch nicht unangenehm.
Nach dieser sozusagen ersten Ode an den Mist ging es dann in den Kinosaal, um sich nach einer kleinen Stärkung auf den Film einzulassen. Hier ging es in einer anderen Weise um den Mist: der Landwirt des Demeterhofes zeigt ausführlich, wie man auf einem Demeterhof die biologisch-dynamischen Präparate herstellt. Die freiwilligen Helfer des Hofes stopften mit sichtlicher Begeisterung Kräuter, Mist und Eichenmehl in Rinderschädel, Därme und Hörner. Diese werden für einen Jahreslauf der Erde und den kosmischen Kräften übergeben. Schließlich gräbt man sie wieder aus und vererdete Kräuter und Mist werden in Wasser aufgelöst, abwechselnd in beide Richtungen gerührt -dynamisiert- wodurch die Eigenschaften der Präparate auf das Wasser übertragen werden und schließlich auf die Pflanzen und Felder verteilt werden.
Nach einer Stunde Staunen, Bewundern und auch manchem Belächeln enspann sich eine rege Diskussion unter den Zuschauern: alles Humbug oder gibt es doch noch nicht-meß- und zählbare Kräfte in unserer Welt, die eine Transformation der vergrabenen Präparate bewirken? Noch lange blieben viele Besucher, diskutierten, vertilgten und verteilten das frische Brot und den veganen Aufstrich.
Ein rundherum gelungener Abend!