Zum Inhalt springen

Rinderhaltung neu denken - Kooperation als Chance

Biobetriebe der Öko-Modellregion Glonn-Mangfalltal-Aying suchen Lösungen zur Weidepflicht

Plakat mit zwei Jungrindern
Veranstaltung der ÖMR Glonn-Mangfalltal-Aying zur EU-Öko-Weideverordnung
© ÖMR-Glonn-Mangfalltal-Aying

Anlass war die aktuelle EU-Öko-Verordnung zur Weidehaltung. Sie stellt Biobetriebe – auch in unserer Region – vor die grundsätzliche Frage, ob sie weiterhin ökologisch wirtschaften können. Denn der Teufel steckt im Detail: Während der Vegetationszeit müssen laut Verordnung alle im Ökolandbau gehaltenen Pflanzenfresser täglichen Zugang zur Weide erhalten. In der Praxis erweist sich das als Herausforderung. Besonders bei Kälbern ist die Umsetzung oft schwierig. Mal liegen die geeigneten Weideflächen zu weit von der Hofstelle entfernt, mal sprengt der zusätzliche Aufwand für den täglichen Weidegang der Kälber die betrieblichen Kapazitäten. Leonhard Neuner beklagt bei der Neuregelung auch, dass sie in bestimmten Konstellationen wenig Spielraum lasse, das Tierwohl so zu berücksichtigen, wie er es fachlich für geboten hält. Dabei gilt der Landwirt, der bereits 1991 auf Bio umgestellt hat, als überzeugter Verfechter der Weidehaltung. Wie alle anwesenden Landwirte sucht auch er nach praktikablen Lösungen die neuen Vorgaben mit den Gegebenheiten der Betriebe in Einklang zu bringen.

Michael Höhensteiger, Geschäftsführer und landwirtschaftlicher Berater des Maschinenrings Aibling-Miesbach-München, kennt die Herausforderungen und Sorgen der Landwirte aus der täglichen Zusammenarbeit. In einem einstündigen Impulsvortrag macht er deutlich, dass in der aktuellen Herausforderung auch Chancen für die Entwicklung der Höfe liegen. Höhensteiger setzt auf Kooperationen. Spezialisierung auf möglichst nur eine Form der Rinderhaltung wie Aufzucht, Milcherzeugung oder Mast, rechnet er vor, sei wirtschaftlich vielversprechend oder reduziere den Arbeitsaufwand so, dass der Hof im Nebenerwerb tragfähig weitergeführt werden kann. Aber wie überall menschelt es auch in der Landwirtschaft, schmunzelt der Agraringenieur. Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, Partnerbetriebe zu finden, bei denen es „z‘amm passt“ – wo Vertrauen herrscht und sich alle Beteiligten dauerhaft und verlässlich auf Details der Zusammenarbeit verständigen können.

Wie eine solche Kooperation in der Praxis gelingen kann, zeigen die Betriebe von Christiane Daxenbichler und Baptist Kellerer. Anschaulich berichten sie von ihren Erfahrungen. Im Anschluss entwickeln sich an den Tischen des Käserei-Stüberls angeregte Gespräche. Bis 23 Uhr tauschen sich die Landwirte intensiv aus. Auch Frust wird offen ausgesprochen – aber vor allem werden Perspektiven für die eigenen Betriebe ausgelotet und, ganz wichtig, Kontaktdaten ausgetauscht.

Auch die Managerinnen der Öko-Modellregion Glonn-Mangfalltal-Aying Angelika Gsellmann und Babette Ellen Koči nehmen wichtige Impulse für die weitere Unterstützung der Rinderbauern und -bäuerinnen mit. Um Erfahrungen noch anschaulicher austauschen zu können, werden beispielsweise gegenseitige Hofbesuche gewünscht.

Aktuelle Infos und Termine:   Öko-Modellregionen · Termine

 

Wenn sie über die Aktivitäten der ÖMR Glonn-Mangfalltal-Aying auf dem Laufenden bleiben wollen, folgen sie uns auf Instagram oder abonnieren sie den Newsletter.    Öko-Modellregionen

Nächste Nachricht