Kalte Luft des Böhmischen, bließ noch am frühen Morgen des 26.04.2026 über die Waldnaabaue. Doch die Sonne war schon kräftig am scheinen. Ab 8Uhr konnte man an den Verpflegungsstationen schon die ersten fleißigen Anpacker sehen.
10Uhr war der Startschuss. Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Radlerbegeisterte fuhren Kilometer um Kilometer durch das schöne Stiftland bis hin in den Steinwald und vielleicht auch noch weiter. Am alten Bahnhof Gumpen direkt in der Waldnaabaue wurde es zusehenst voller und voller. Am Verpflegungsstützpunkt von Bio-Landwirt Josef Schmidt und der Öko-Modellregion Stiftland hielten die ersten hungrigen an. Frisch vom Grill gebraten kamen Bio-regionale Bratwürste und Schweinesteaks.
Josef Schmidt betreibt mit seiner Familie die Grenzmühle im Steinwald und ist Bewirtschfter der 250ha "wilde Weiden Waldnaabaue". Auf den 250ha weiden ganzjährig Wasserbüffel und rotes Höhenvieh. Zeitweise werden auch Felckvieh-Trockensteher zur Beweidung mit genutzt. Jedem Tier stehen mindestens 2ha Weideland zu. Allerdings zur Zeit noch wesentlich mehr, da die Herdengröße noch recht überschaubar ist.
"Prioritäres Ziel in diesem Projekt ist die Realisierung einer großen, zusammenhängenden Weidelandschaft in einer weitgehend naturnahen Flussaue. Dabei sollen auf diesen aus Sicht der Landwirtschaft wenig produktiven Standorten mit einer naturverträglichen Tierhaltung die Biodiversität gefördert, die Aue landschaftsästhetisch für Naherholung und Tourismus aufgewertet und qualitativ hochwertiges Fleisch produziert werden. Das Beweidungskonzept (s. Kap. 2.3: Was sind Wilde Weiden) entspricht der einer extensiven Ganzjahresweide mit einem dauerhaften mittleren Besatz von 0,3-0,4 Großvieheinheiten proHektar. Vereinfacht ausgedrückt stehen jedem Weidetier 2-3 Hektar zur Verfügung. Diese Weideform gestattet – ohne Beeinträchtigung für die Landwirtschaft – auch weitere naturschutzfachliche Aufwertungen der Flächen durchzuführen, z. B. Rückbau von Drainagen in Richtung eines naturnahen Wasserhaushaltes in der Aue und der angrenzenden Niedermoore. " (Auszug aus: https://wilde-weiden-waldnaabaue.de/wilde-weiden/#ein-leuchtturmprojekt)
Am Radlersonntag wurden durch Josef Schmidt 3 Führungen für Interessierte angeboten. Der Landwirt erläuterte vor Ort, in unmittelbarer Nähe der Weidetiere, das Projekt. Gern wurden diese angenommen. Auch an der Grillhütte kam man mit den Besuchern und Fahrradfahren ins Gespräch.
Wer mehr zum Pojekt "wilde Weiden Waldnaabaue" wissen möchte kann sich hier gern weiterbilden: https://wilde-weiden-waldnaabaue.de/
Wissenswertes, nachzulesen bei Wikipedia:
Als Vizinalbahn wurden in Bayern Eisenbahnen zur Erschließung des ländlichen Raums bezeichnet. Der Name wurde aus dem lateinischen Wort vicinus (deutsch: „benachbart, nahe“) gebildet. Um möglichst viele Orte, die bislang fernab der Eisenbahn lagen, an dieses recht neue Verkehrsmittel anschließen zu können, wurde in Bayern am 29. April 1869 das Vizinalbahngesetz verabschiedet. Es regelte den Bau der „Bahnverbindungen von lokaler Wichtigkeit“.
Eröffnet wurde die Strecke am 10.11.1872. Die Einstellung des Personenverkehr war 1989, der Güterverkehr wurde 2000 eingestellt.