In Deutschland gibt es heute 37 Aquakulturbetriebe, die Fische ökologisch erzeugen (Daten für 2025 laut BMEL-Statistik). Davon entfällt der Großteil auf die klassische Teichwirtschaft: In 24 Betrieben wird der Gemeine Karpfen als typischer Teichfisch erzeugt, während 11 Betriebe Lachsforellen züchten.
Im Vergleich zu 2016 und den Folgejahren hat sich diese Zahl kaum verändert – die Bio-Aquakultur und Bio-Teichwirtschaft verharren laut Analysen des Thünen-Instituts in einer „ewigen Nische“. Seit Jahren liegt die Gesamtzahl der zertifizierten Öko-Betriebe in diesem Sektor konstant bei unter 50 Betrieben bundesweit.
Der Trend im Überblick
Bio-Anteil bleibt minimal: Die 37 ökologischen Betriebe machen heute lediglich rund 1,9 Prozent aller rund 1.900 aktiven Aquakulturbetriebe in Deutschland aus.
Rückgang der Gesamtbetriebe: Während die Zahl der Bio-Teichwirte auf sehr niedrigem Niveau stabil bleibt, schrumpft die deutsche Aquakultur insgesamt stark. Zwischen 2015 und heute sank die Gesamtzahl aller Betriebe von über 3.200 auf rund 1.900.
Herausforderungen für Bio-Teichwirte: Viele traditionelle Karpfenteichwirtschaften arbeiten zwar naturnah, scheuen jedoch die offizielle und teure Bio-Zertifizierung. Gründe dafür sind strenge Vorgaben bei Öko-Futtermitteln sowie hohe Verluste durch geschützte Fressfeinde wie den Kormoran oder den Fischotter.
In Bayern – dem Bundesland mit den meisten Teichwirtschaften in Deutschland – spiegelt sich das bundesweite Bild einer sehr kleinen Öko-Nische noch deutlicher wider.
Aktuell gibt es in Bayern lediglich 26 offiziell öko-zertifizierte Teichbetriebe:
- 16 Betriebe mit ökologischer Karpfenteichwirtschaft (auf etwas mehr als 100 Hektar Fläche).
- 10 Betriebe mit ökologischer Forellenteichwirtschaft.
Die Zahlen im Vergleich und die Diskrepanz
- Der Anteil ist verschwindend gering: Diese 26 zertifizierten Öko-Betriebe machen nur einen winzigen Bruchteil der bayerischen Teichlandschaft aus. Insgesamt gibt es im Freistaat je nach statistischer Erfassungsgrenze zwischen rund 1.600 größeren Aquakulturbetrieben und bis zu 5.500 bis 8.500 kleineren familiären Teichwirten. Damit wirtschaften nur knapp 3 Prozent der bayerischen Karpfenzüchter nach offiziellen Bio-Richtlinien.
- Der statistische Schein (Vergleich zu früher): In älteren Statistiken (wie 2014 oder rund um 2016) wurden für Bayern oft deutlich höhere Zahlen von über 120 Betrieben mit „ökologischer Teichbewirtschaftung“ ausgewiesen. Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) stellt jedoch klar, dass es sich dabei meist um klassische landwirtschaftliche Bio-Höfe handelte, die zwar einen Teich auf ihrem Land hatten, deren Fischproduktion selbst aber gar nicht bio-zertifiziert war. Die Zahl der echten, rein für Fisch zertifizierten Betriebe ist seit 2016 nahezu unverändert auf diesem extrem niedrigen Niveau geblieben.
Warum gibt es in Bayern nicht mehr Bio-Teiche?
Obwohl Bayern, mit Franken und der Oberpfalz das absolute Zentrum der deutschen Karpfenzucht ist, lohnt sich das Bio-Siegel für die meisten Betriebe nicht. Die traditionelle bayerische Teichwirtschaft gilt ohnehin als völlig naturnah. Da die Fische primär von Naturkräften (Plankton, Insekten) leben, scheuen die meist im Nebenerwerb tätigen Teichwirte den hohen bürokratischen und finanziellen Aufwand einer zusätzlichen Bio-Zertifizierung sowie die teuren Auflagen für Bio-Zufutter.
Quellen: Ökolandbau.de, Öko-Modellregionen Bayern, LVÖ, Naturland, WWF, Bio Karpfen Bayern, LfL - Bayerische Landesanstalt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten,