Erdbeeren, Spargel und Tafeltrauben im Biolandbau

Felderwanderung in der Abendsonne

Projekt: Bewusstseinsbildung - Ökolandbau erleben

Landwirt mit erklärenden Gesten vor einem Publikum auf dem Erdbeerfeld

Bio-Erdbeeracker vom Bio-Spargelhof Braun
© Anja Scheurich

Im Oberen Werntal werden rund 29% der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet (Stand 2021). Dazu tragen auch Armin und Silvia Braun vom Bio-Spargelhof Braun in Garstadt bei. Bei einer abendlichen Felderwanderung auf ihrem Betrieb zum Thema „Erdbeeren, Spargel und Tafeltrauben im ökologischen Landbau“, organisiert von der Öko-Modellregion Oberes Werntal, kam eine bunt gemischte Gruppe auf ihre Kosten.

Startpunkt war der Hof im Bergrheinfelder Ortsteil Garstadt, wo in der Spargelsaison der täglich geerntete Spargel gewaschen, sortiert und abgepackt wird. Danach wurde in der Abendsonne gewandert und an verschiedenen Feldern Halt gemacht. Dass Öko-Landwirt Armin Braun seine Arbeit gerne macht, ließ sich schnell erkennen: Anschaulich erklärte er, dass die schwarz-weiße Folie auf den Spargeldämmen den weißen Spargel, der unter der Erde wächst, früher reif werden lässt. Man könne die Folie einige Jahre verwenden und danach recyceln – mittels eines deutschen Rücknahme- und Verwertungskonzept für Erntekunststoffe. Für Grünspargel dagegen werde keine Folie verwendet: Hier werde der oberirdische Spross geerntet, der durch Sonnenlicht grün wird.
Naturlandberater Udo Rumpel wies die Teilnehmenden auf Brauns Bio-Soja-Acker hin: Durch Klimaveränderungen und Sortenzüchtung hat der Soja seit einigen Jahren auch in Unterfranken Einzug erhalten. Für eine nachhaltigere Ernährung mit weniger Fleischprodukten seien Sojaprodukte wie z.B. Tofu auf dem Vormarsch.
Dass die Brauns bereits seit Ende April Bio-Erdbeeren verkaufen können, liegt an den (unbeheizten) Folientunneln. Ab ca. Mitte-Ende Mai werden dann die Erdbeeren im Freiland geerntet. Auch im Bio-Anbau muss es Methoden geben, um Krankheiten wie zum Beispiel Pilzen zu begegnen: „Man sieht dann eben auch mich als Bio-Landwirt mit der Spritze. Der Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft ist aber, dass ich bei den Bio-Erdbeeren dann mit harmlosem Backpulver oder Hefe unterwegs bin.“
Während die Brauns Erdbeeren und Spargel direkt vermarkten, geht der Großteil der Bio-Tafeltrauben an tegut. Im Gegensatz zu Weintrauben werden Tafeltrauben meist mit einem Foliendach vor direkt einfallendem Regen auf die Beeren geschützt – die Ästhetik der Trauben müsse eben stimmen. Als Tüftler denken die Brauns permanent über Verbesserungen nach: Könnte man diese Dachfläche nicht gleichzeitig für Photovoltaik-Anlagen nutzen?
Arbeitsintensiv sind Brauns Kulturen allemal. Beim Spargel machen Personalkosten ca. die Hälfte der Produktionskosten aus: Dafür beschäftigt die Familie jedes Jahr Saisonarbeitskräfte – viele von ihnen kommen bereits seit mehreren Jahren. Die Produkte der Brauns haben also ihren Preis – damit aber auch ihren Wert. Und dem Konsum nachhaltig angebauter Lebensmittel aus der Region kommt in diesen Zeiten ja bekanntermaßen einen hohen Stellenwert zu.
Als Abschluss des Abends konnten sich Landwirte, Landwirtinnen und andere Interessierte bei Erdbeeren und Getränken am Hof austauschen.

Zur Info: Neben der Hofstelle in Garstadt (Dorfstraße 68) betreibt Familie Braun Verkaufsstände in Schweinfurt in der Mainberger Straße 18a und in Euerbach am Rewe Markt.

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13.05.2022

Region: Oberes Werntal