Familie Bauer

und Tiere mit dem allerschönsten Leben!

Franz und Hubert mit ihren Legehennen
© Daniel Delang

Einen Bauernhof mitten im Ort betreiben – die Zeiten sind vorbei. Die Kühe jeden Tag durchs Dorf auf die Weide treiben, das war einmal. Der Tourismus, aber auch die Veränderungen im Ort selbst, neue Mitbürger, machen es unmöglich. War aber auch eh unpraktisch. Nur: Investieren ist ein Risiko – und lohnt sich nur, wenn ein Nachfolger in Sicht ist. Familie Bauer hat Glück: Sohn Franz erklärt, den Hof übernehmen zu wollen. Und so wird 2009 im Außenbereich des Dorfs ein Stall errichtet mit allem Komfort für die Tiere: lichtdurchflutet, Massagebürsten, Liegefläche und Weide direkt vor der Tür. 28 Milchkühe finden hier bequem Platz, und mehr sollen es auch nicht werden. „Uns war klar, mit dem Stallbau wollen wir auch auf Bio umstellen.“ Bereut haben sie das bis heute nicht. Und „die Tiere, die haben das allerschönste Leben jetzt“.

Immer wieder zeigen Landwirte in Bayern: Es geht auch, ohne stetig weiter zu wachsen. Denn, es lässt sich nicht nur die Einnahmeseite optimieren, also durch Wachstum mehr Umsatz generieren. Man kann den Betrieb auch auf gesunde Beine stellen, wenn der Tierbesatz der Fläche angepasst ist und die Tiere bekommen, was eh wächst: Heu und Gras. Daher und auch weil es der Bio-Milchbranche bisher gelang, das Auf und Ab des konventionellen Milchpreises zu verhindern, lohnen sich auch kleinere Ställe. Denn, längst nicht jeder Bauer findet den Wachstumszwang gut. Leben und arbeiten plötzlich zwei Generationen am Hof, ergeben sich dennoch wieder neue Herausforderungen.
Da braucht es dann doch ein zweites Standbein. Und nachdem Franz die Lehre abgeschlossen und auch die Meisterprüfung abgelegt hat, entscheidet er sich für Legehennen, die das Angebot des Hofs ergänzen sollen. Im Außenbereich, unweit vom neuen Kuhstall wurde ein neuer Hühnerstall für 500 Tiere gebaut. Wer weiß, wie viele Tiere erlaubt sind, erkennt: auch damit bleibt die Familie Bauer den bäuerlichen Strukturen ihres Betriebes treu.
Die Eier kommen am Förderband aus dem Stall und die Kunden können sie von dort selbst abholen. „Das ist sehr beliebt. Immer wieder erzählen uns Kunden, dass ihre Eier noch warm waren. Das finden sie gut!“ Ja, frischer geht es wohl kaum. Doch nicht nur in Sachen Frische punktet die Familie Bauer, sie setzt sich auch für das Bruderhahnprojekt ein und zahlt mehr für die Henne, damit die männlichen Küken nicht geschreddert werden, sondern leben dürfen. Die ersten Giggerl sind noch nicht eingetroffen. Wie die dann vermarktet werden, das wird noch überlegt. Die Eier jedenfalls kommen gut an. So gut, dass ein zweiter Stall gebaut wurde.

Kontakt:
Johanna und Hubert Bauer
Kirchplatz 9
83122 Samerberg
Telefon: 08032 8458
Email: Bauer_F96@web.de

Region: Hochries-Kampenwand-Wendelstein